Bevölkerungsschutz im Fokus

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
der Landkreis Cochem-Zell verstärkt seine Anstrengungen im Bevölkerungsschutz und setzt dabei gezielt auf die Stärkung der Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung. Im Rahmen der Informationsveranstaltung am 22. Juni 2026 wurden die Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister über aktuelle Maßnahmen und Handlungsempfehlungen informiert. Die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung bildet eine zentrale Säule des Bevölkerungsschutzes. Wir leben in herausfordernden Zeiten und müssen ein neues Bewusstsein dafür entwickeln, dass wir als Bürger zunächst eine Eigenverantwortung haben und uns daher für Krisenzeiten vorbereiten müssen. Krisen können unterschiedlichster Natur sein. Damit sind klimatische Ereignisse (Starkregen, Hochwasser, Waldbrand) ebenso gemeint. Wie längere Stromausfälle oder Cyberangriffe, die unser gewohntes Leben in eine Ausnahmesituation bringen. Aufgrund der großen Bedeutung des Bevölkerungsschutzes habe ich eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, der Mitarbeitende der Verwaltung des Brand- und Katastrophenschutzes, Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes, des Deutschen Roten Kreuzes sowie der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Landkreises angehören. Ziel des Gremiums ist es, konkrete Maßnahmen zu entwickeln, um die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern. Mit zwei kompetenten Referenten aus unterschiedlichen Aufgabenfeldern des Bevölkerungsschutzes erhielt die Informationsveranstaltung für die Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister wertvolle fachliche Impulse.
Dr. Norbert Hanhart, Facharzt für Allgemeinmedizin und Leiter des Sanitätsunterstützungszentrums Cochem, erläuterte verschiedene Bedrohungsszenarien und deren mögliche Auswirkungen auf den Landkreis. Von Sabotage über Stromausfall, Cyberangriffe und Naturkatastrophen bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen – die Bandbreite möglicher Schadenslagen ist groß. Dr. Hanhart, der seit mehreren Jahren Führungsverantwortung in der Region trägt, betonte die Notwendigkeit, eine stabile Basis sowohl für staatliche Institutionen als auch für die Zivilbevölkerung zu etablieren. Nur auf dieser Grundlage könnten im Notfall spezielle Schadenslagen bewältigt werden. Der Selbstschutz sei dabei ein elementarer Bestandteil des Zivilschutzes.

Stephan Tusch, der das „Bleibbereit”-Mobil (https://www.bleib-bereit.de/) des Landesfeuerwehrverbands Rheinland-Pfalz betreut, gab einen Überblick über den aktuellen Stand der Bevölkerungswarnung. Mit 176 Präsentationen und 33 Fachvorträgen im vergangenen Jahr verfügt Herr Tusch über umfangreiche Erfahrungen in der Bevölkerungsaufklärung. Er empfahl die NINA-Warn-App, die wichtige Informationen zur Verfügung stelle, ohne dabei zu einer Überfrachtung von Meldungen zu führen.
Im Anschluss an die Vorträge fand ein offener Austausch im „Bleibbereit”-Mobil statt. Das mobile Informationszentrum zeigt an verschiedenen praxisnahen Beispielen, was jeder Einzelne tun kann und sollte, um sich auf Notfälle vorzubereiten. Das „Bleibbereit”-Mobil ist landesweit im Einsatz und bietet Bürgerinnen und Bürgern eine anschauliche Informationsmöglichkeit zur persönlichen Notfallvorsorge.

Mit der „Notfall-Informations- und Nachrichten-App“ des Bundes, kurz Warn-App NINA, erhalten Sie wichtige Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes.
Informationen und Download der App unter www.bbk.bund.de

Darüber hinaus verweise ich auf den Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, der kostenlos unter www.bbk.bund.de/ratgeber erhältlich ist.
Im Bürgerbüro der Kreisverwaltung Cochem-Zell liegen außerdem Exemplare zum Mitnehmen bereit.
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben können das Infomobil im geschützten Bereich des BKS-Portals anfordern unter https://www.bleib-bereit.de/bevoelkerungsschutz/on-tour/.
Mit freundlichen Grüßen
Anke Beilstein



