Schulung für die Kreisjägerschaft durchgeführt

Dr. Kerstin Klug vom Veterinäramt des Landkreises Cochem-Zell hat über 110 aktiv Jagende der Kreisjägerschaft umfassend zur Digitalisierung in der Jagdpraxis geschult. Der enorme Zuspruch zur Veranstaltung wurde unter Mithilfe des Kreisgruppenvorsitzenden Josi Becker erreicht. Die aktiven Jägerinnen und Jäger wurden intensiv zum Umgang mit der digitalen Jagdsoftware geschult, um Trichinenproben vom Wildschwein sowie ASP-Blutproben ab sofort digital und vollkommen papierlos abzuwickeln. Im Fokus der Schulung standen die digitale Erfassung von Wildstücken, der Einsatz der digitalen Ohrmarke (Wildmarke), die Erfassung von Blutproben zur ASP-Prävention sowie die nahtlose Übermittlung von Trichinenuntersuchungsdaten.
Die Kernmodule der Digital-Schulung
Die Weiterbildung teilte sich in vier praxisnahe Schwerpunkte auf, um die Jägerschaft sicher an die neuen Workflows in den Apps heranzuführen:
- Digitale Wildstück-Erfassung: Direkt am Erlegeort lernen die Jagenden, Wilddaten wie Wildart, Schuss- und Wildbretqualität mobil einzugeben. Die GPS-gestützte Standortermittlung sichert eine präzise Dokumentation des Herkunftsortes.
- Kopplung mit der digitalen Ohrmarke: Jedes erlegte Tier wird mit einer fälschungssicheren, mit QR-Code versehenen Wildmarke gekennzeichnet. Der Code wird per Smartphone-Kamera gescannt und unwiderruflich mit dem digitalen Datensatz verknüpft.
- ASP-Monitoring durch Blutproben: Ein Schwerpunkt lag auf der Erfassung von Blutproben (Schweißproben) zur Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest. Die Jäger scannten die Barcodes der Probenröhrchen direkt im Revier ein, wodurch die Probe sofort digital mit dem exakten GPS-Erlegungsort des Schwarzwilds verknüpft wurde.
- Digitaler Trichinenproben-Begleitschein: Statt feuchte Papierformulare zu nutzen, erfassen die Jäger die Entnahme der Muskelprobe direkt in der Software-Anwendung. Auch der Probenbeutel erhält einen QR-Code, was Verwechslungen im Labor ausschließt.
Spürbare Vorteile für Jagende und das Veterinäramt
Die erfolgreiche Qualifikation bringt sowohl für den einzelnen Jäger als auch für die Verwaltung erhebliche Erleichterungen im Jagdalltag mit sich:
| Prozessschritt | Analoger Ablauf (alt) | Digitaler Ablauf mit Software (neu) |
|---|---|---|
| Datenerfassung | Händisches Ausfüllen von Durchschreibesätzen | Papierlose Erfassung via Smartphone-App [4] |
| Proben-Zuordnung | Manuelle Beschriftung von Zetteln und Beuteln | Eindeutiges Scannen gekoppelter QR-/Barcodes [1, 2] |
| ASP-Früherkennung | Verzögerte Ortung von Fundorten infizierter Tiere | Sekundenschnelle GPS-Zuordnung im Seuchenfall [4] |
| Datenübermittlung | Postversand oder persönliche Abgabe beim Amt | Echtzeit-Übermittlung an die Veterinärbehörde |
| Status-Transparenz | Warten auf schriftlichen Bescheid / Anruf zum Probenergebnis | Einsicht in den Untersuchungsstatus per App |
Ein wichtiger Meilenstein für die Seuchenvorsorge
Neben der Zeitersparnis im Revier leistet die Schulung einen essenziellen Beitrag zum Tierschutz und zur Tierseuchenüberwachung. Durch die digitale Erfassung stehen dem Veterinäramt die Herkunftsdaten im Falle von Seuchenzügen – wie etwa bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) – ohne Zeitverzug und in standardisierter Form zur Verfügung. Tritt ein positiver ASP-Befund im Labor auf, kann die Behörde den exakten Erlegungsort sofort auf der digitalen Karte einsehen und die gesetzlich vorgeschriebene Restriktionszone ohne bürokratische Verzögerung einrichten. Der Kreisgruppenvorsitzende Josi Becker brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Software den Dokumentationsaufwand bei der täglichen Jagd erleichtert.
Fazit und Ausblick
Das große Interesse zeigt, dass die Jägerschaft bereit ist für den digitalen Wandel. Da fehlerhafte oder unleserliche Probenbegleitscheine nun der Vergangenheit angehören, wird der Verwaltungsaufwand für alle Beteiligten drastisch minimiert.



