Mädchen schreibt mit einem Stift auf einen Block

Zertifikate für ehrenamtliche Betreuerinnen und
Betreuer Fast 50 Personen geschult


Die Zahl der erwachsenen Menschen, die auf rechtliche Vertretung angewiesen sind, steigt auch im Landkreis Cochem-Zell. Derzeit ist für genau 1572 Personen im Landkreis eine gesetzliche Betreuung eingerichtet. Sie benötigen andere Menschen, die sich vertrauensvoll um ihre Angelegenheiten kümmern.


Die Gründe sind vielfältig: sei es durch eine körperliche, geistige, oder seelische Behinderung, durch Erkrankung oder Altersgebrechen – die Betroffenen sind auf die Hilfe von Anderen angewiesen, die ihnen bei den unterschiedlichen Aufgaben zur Seite stehen. Deshalb hat die Arbeitsgemeinschaft für Betreuungsangelegenheiten im Landkreis Cochem-Zell, welche sich aus Vertretern des Betreuungsgerichts, der Betreuungsvereine, des Gesundheitsamtes und der Betreuungsbehörde zusammensetzt, nun bereits zum dreizehnten Male eine Schulungsreihe durchgeführt. Die interessierten Teilnehmenden wurden auf die Aufgabe einer ehrenamtlichen Führung von gesetzlichen Betreuungen vorbereit. Dennoch: Auch für die Teilnehmenden ist die Übernahme einer gesetzlichen Betreuung selbstverständlich freiwillig.


Über 40 Personen hatten sich gemeldet und sich im Rahmen der vier Veranstaltungen mit den Themen gerichtliches Betreuungsverfahren, vorsorgende Verfügungen, Gesundheitssorge, Aufenthaltsbestimmungsrecht sowie Vermögenssorge (inkl. haftungsrechtlicher Aspekte) u. v. m. befasst. Im Rahmen der Schulungsreihe, welche am 14.04. begann und am 05.05.2026 mit der Übergabe der Teilnehmerzertifikate abgeschlossen wurde, nutzten die interessierten Teilnehmerinnen  und Teilnehmer die Möglichkeit eines regen Austauschs mit den Fachkräften aller Institutionen, welche im Landkreis Cochem-Zell am Betreuungsverfahren beteiligt sind: Neben Frau Direktorin Linden (Amtsgericht Cochem) waren z. B. auch Frau Richterin Michels (Amtsgericht Cochem) sowie Herr Dr. Kappes (medizinischer Sachverständiger) als Dozentinnen und Dozenten beteiligt. 


„Es freut mich außerordentlich, dass ich Ihnen heute, mit den besten Wünschen auch von Frau Landrätin Beilstein, Ihre Zertifikate aushändigen darf“, betonte der erste Kreisbeigeordnete Herr Mons, der sich aktiv an der Abschlussveranstaltung beteiligte und feststellte, dass die Teilnehmenden „intensiv ausgebildet“ wurden.


Die zunehmende Bedeutung von ehrenamtlicher Tätigkeit, welche auch im Rahmen der Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer Landesregierung in Mainz berücksichtigt werde, wurde seitens des Juristen verdeutlicht.


An der seit 2010 regelmäßig angebotenen Betreuerschulung haben bisher insgesamt rund 450 Personen teilgenommen; fast 100 Personen hiervon haben sich hiernach bereit erklärt, eine außerfamiliäre ehrenamtliche Betreuung zu übernehmen. Außerdem sind zahlreiche Teilnehmende als ehrenamtlich Betreuende für Angehörige bestellt.


Dank positiver Rückmeldungen der Einzelnen und wegen des entsprechenden Bedarfs, der auch mittels der hohen Teilnehmerzahlen konstatiert werden kann, stand bereits mit Abschluss der diesjährigen Veranstaltung fest: Die Schulungsreihe wird auch in 2027 wiederholt!

Zu sehen sind die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer mit ihren Zertifikaten in der Hand