Kompensationszahlungen für den Anbau der Durchwachsenen Silphie überreicht
Der Scholzehof in Lutzerath war Ort der symbolischen Übergabe von Kompensationszahlungen für den Anbau der „Durchwachsenen Silphie“. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts LIFE-IP ZENAPA wird auch in der Vulkaneifel diese Pflanze genutzt um Klimaschutz und Biodiversität in der Region miteinander zu verbinden.
An dem Termin nahmen die beteiligten Landwirte, Landrätin Julia Gieseking, Landrätin Beilstein, Bürgermeisterin Sandra Hendges-Steffens sowie der Initiator des LIFE-IP-Projektes ZENAPA, Prof. Peter Heck vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement am Umweltcampus Birkenfeld (IfaS), teil. Prof. Heck hob eindrucksvoll die Bedeutung engagierter und innovativer Landwirte hervor, die für die erfolgreiche Umsetzung solcher Maßnahmen essentiell sind. Nach der Übergabe der Urkunden für die Kompensationszahlungen bot sich auch die Gelegenheit zum Austausch über Erfahrungen mit dem Silphie-Anbau und die Bedeutung der Maßnahme für die Vulkaneifel.
Die Durchwachsene Silphie ist eine mehrjährige Energiepflanze und stellt eine ökologische Alternative zum klassischen Maisanbau dar. Sie wird als Substrat für Biogasanlagen genutzt und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur erneuerbaren Energieerzeugung. Gerade im Energiesystem der Zukunft spielt Biogas eine wichtige Rolle, da es flexibel einsetzbar ist und Versorgungslücken, wie etwa bei schwankender Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie, ausgleichen kann.
Darüber hinaus bietet die Silphie weitere ökologische Vorteile: Ihr tief reichendes Wurzelsystem verbessert die Bodenstruktur, kann die Wasserspeicherfähigkeit erhöhen und trägt zum Schutz vor Erosion bei. Durch ihre lange Blühphase dient sie Insekten über mehrere Monate hinweg als verlässliche Nahrungsquelle und fördert so die Biodiversität.
Zunehmend rückt auch eine weitere Nutzungsperspektive in den Fokus: die Verwendung der Silphie als potenzieller Torfersatz. Vor dem Hintergrund politischer Zielsetzungen in Deutschland und der Europäischen Union, den Einsatz von Torf in den kommenden Jahren deutlich zu reduzieren, besteht ein wachsender Bedarf an geeigneten Alternativen, der bislang noch nicht ausreichend gedeckt ist. Hier könnte die Durchwachsene Silphie perspektivisch einen wichtigen Beitrag leisten.
Damit sich der Anbau der Silphie in der Breite wirtschaftlich etabliert, sind jedoch zusätzliche Anreize notwendig. Neben der Erschließung weiterer Nutzungsmöglichkeiten sind auch gezielte Fördermittel ein entscheidender Faktor, um die Wirtschaftlichkeit für landwirtschaftliche Betriebe zu verbessern und die Akzeptanz zu erhöhen.
Im Rahmen des Projekts ZENAPA wurden insgesamt rund 37.000 Euro an sieben teilnehmende Landwirtschaftsbetriebe ausgezahlt. Die Kompensationszahlungen gleichen mögliche Mindererträge im Vergleich zu herkömmlichen Energiepflanzen aus und schaffen so einen Anreiz, neue und nachhaltigere Anbauformen zu erproben.
Landrätin Beilstein dankte der regionalen Landwirtschaft ausdrücklich für ihre Vorreiterrolle und betonte, dass die hiesigen Betriebe zeigen, wie Innovation und Nachhaltigkeit erfolgreich miteinander verbunden werden können. Ihr besonderer Dank galt zudem Herrn Dr. Schüller für die engagierte Projektarbeit.
Auch Landrätin Julia Gieseking würdigte die Umsetzung des Projekts und bedankte sich insbesondere bei der Klimaschutzmanagerin Miranda Deviscour für die erfolgreiche Koordination und Abwicklung im ZENAPA-Projekt.
Der Termin machte deutlich, dass durch die enge Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Verwaltung und Projektpartnern konkrete Lösungen für eine nachhaltigere Landnutzung in der Region entstehen können.
Der Natur- und UNESCO Geopark Vulkaneifel, in dessen Gebietskulisse auch die Verbandgemeinde Ulmen liegt, sowie der Landkreis Vulkaneifel sind seit 2016 regionale Partner des EU-geförderten LIFE-IP Projekts ZENAPA. Das kommunale Klimaschutzmanagement des Landkreises setzt dabei für beide Institutionen Maßnahmen um, die darauf ausgerichtet sind, die nationalen Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig die Artenvielfalt sowie den Naturschutz zu stärken.
Interessiert? Weitere Informationen unter: www.zenapa.de



