Mosel erzählt ihre Geschichte: Regionalinitiative „Faszination Mosel“ startet KuLaDig-Projekt zu Trockenmauern
Die Moselregion macht ihre Kulturlandschaft sichtbar – und stellt dabei ein prägendes Element in den Mittelpunkt: die Trockenmauern der Steillagen. Die Regionalinitiative „Faszination Mosel“ wurde für das Jahr 2026 in die Förderkulisse von KuLaDig-RLP aufgenommen und setzt mit dem Projekt „Trockenmauern im Weinanbaugebiet Mosel – Landschaft als Erzählerin“ ein innovatives Vorhaben zur digitalen Vermittlung von Kulturlandschaft um.
Trockenmauern strukturieren seit Jahrhunderten die steilen Weinberge der Mosel, sichern Terrassen und ermöglichen Bewirtschaftung unter extremen Bedingungen. Gleichzeitig sind sie Ausdruck handwerklicher Tradition, Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und Zeugnisse einer einzigartigen Kulturlandschaft. Genau diese Vielfalt soll im Rahmen des Projekts sichtbar gemacht und digital erlebbar werden.
Ziel ist es, ausgewählte Standorte entlang der Mosel exemplarisch im landesweiten Kulturlandschaftsportal KuLaDig-RLP zu erfassen. Neben den Mauern selbst werden auch ihre Entstehung, Bauweise, Nutzung sowie ihre Bedeutung für Weinbau, Landschaft, Biodiversität und regionale Identität dokumentiert. Perspektivisch sollen die Inhalte auch über digitale Themenrouten und weitere Vermittlungsformate für Einheimische und Gäste zugänglich gemacht werden.
Die Moselregion übernimmt dabei eine besondere Rolle: Als einzige Regionalinitiative im Land ist „Faszination Mosel“ Teil der aktuellen Förderrunde und bringt die Vielfalt einer gesamten Kulturlandschaft in das Projekt ein. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Kommunen, Ehrenamtlichen, Fachakteuren und regionalen Initiativen.
Erste engagierte Projektpartner haben sich bereits gefunden: die Gruppe „Die Ameisen“ aus Traben-Trarbach mit ihrem Ansatz „Trockenmauern auf alten Pfaden“, die Ortsgemeinde Mesenich mit dem Kulturweg der Mesenicher „Steinreichkäpp“, die Lehmer Razejunge e.V. mit den Trockenmauern in der Lehmener Würzlay sowie die Gemeinde Müden mit dem Naturschutzprojekt „Auf der Krabaun“. Weitere Gemeinden und Akteure aus der Moselregion wurden zur Mitwirkung eingeladen.

Ein erster gemeinsamer Projekttermin findet am Mittwoch, 20. Mai 2026 im Gemeindehaus in der „Alten Post“ in Müden statt. Dort kommen die beteiligten Partner erstmals zusammen, um Inhalte, Standorte und Herangehensweisen gemeinsam zu entwickeln. Begleitet wird das Projekt durch das Forschungsteam der Hochschule Koblenz.
Das Projekt versteht sich ausdrücklich als gemeinschaftlicher Prozess: Gesucht werden weitere Kommunen, Initiativen und engagierte Bürger, die ihre Perspektiven, ihr Wissen und ihre Geschichten einbringen möchten. Ziel ist es, die Mosel als Kulturlandschaft nicht nur zu zeigen, sondern sie gemeinsam zu erzählen.



