Im Bürgerportal Cochem-Zell finden Sie Verwaltungsdienste, Zuständigkeiten und Ansprechpartner des Landkreises Cochem-Zell und der vier Verbandsgemeinden Cochem, Kaisersesch, Zell und Ulmen.
Familie aus Mutter, Vater und zwei Kindern liegen auf einer grünen Wiese.

Pflegefamilie


Dargestellt ist ein kleines Mädchen, dass sich an einer horizontalen Stange festhält und von seiner Mutter gehalten wird.


  • 1. Um welche Kinder geht es?

    Es geht vor allem um die Kinder und Jugendlichen zwischen 0 und 14 Jahren, die in ihrer Familie in Not geraten sind. 

    Die Gründe hierfür können unterschiedlich sein, z.B.:

    • Alkohol- oder Drogenabhängigkeit der Eltern,
    • Vernachlässigung der Kinder,
    • Gewalt oder Missbrauch.

    Häufig haben diese Kinder Misstrauen und Angst in menschliche Beziehungen entwickelt und haben keine Möglichkeit, in ihrem familiären oder sozialen Umfeld aufgefangen zu werden. Pflegeeltern können die wertvolle Aufgabe übernehmen, diesen Kindern wieder familiäre Geborgenheit, Sicherheit und Vertrauen zu geben und bessere Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen.

  • 2. Was sollten Pflegeeltern mitbringen?

    Pflegeeltern sollten vor allem:

    •  Geduld haben und belastbar sein,
    • eine positive Lebenseinstellung haben, 
    • kommunikations- und lernfähig sein, 
    • damit leben können, dass nicht alles und vor allem die Kinder nicht perfekt sind,
    • in ein intaktes soziales Netz eingebettet sein,
    • Erfahrung im Umgang mit Kindern haben, 
    • dazu bereit sein, sich im Umgang mit Pflegekindern fortzubilden,
    • die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Fachkräften des Jugendamtes und der Herkunftsfamilie haben.

    Sie benötigen außerdem ausreichenden Wohnraum, wirtschaftliche Stabilität, eine gute Gesundheit und ausreichend freie Zeit.

  • 3. Wie lange bleibt ein Pflegekind in der Familie?

    Das ist in jedem Einzelfall unterschiedlich. Viele Pflegekinder leben über mehrere Jahre, manchmal bis zur Volljährigkeit und darüber hinaus bei den Pflegeeltern.

    In solchen dauerhaften Pflegeverhältnissen leben Kinder, deren Eltern für längere Zeit die Verantwortung für ihre Kinder nicht selbst tragen können, weil sie zum Beispiel psychisch krank sind, eine Suchterkrankung haben oder das Kind geschlagen oder missbraucht haben.

    Manche Kinder bleiben für kurze Zeit in der Pflegefamilie, weil es nur einer kurzen Übergangszeit bedarf, bis die krisenhafte Situation im Elternhaus beendet ist. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Eltern für einen bestimmten Zeitraum im Krankenhaus bzw. zur Kur oder inhaftiert waren.

    Es gibt Pflegekinder, die weiterhin Kontakt zu ihren leiblichen Eltern halten und das mit dem Ziel, zu ihnen zurückzukehren. Alle Pflegefamilien haben die Aufgabe, nach Möglichkeit die Kontakte zwischen dem Pflegekind und seinen Eltern zu erhalten bzw. diese mit Unterstützung der Fachkräften des Jugendamtes wiederherzustellen. 

  • 4. Welche Unterstützung erhalten Pflegeeltern?

    Die Aufnahme eines Pflegekindes wird vom Pflegekinderfachdienst begleitet. Auch später ist dieser in Form von pädagogischer Beratung für alle Fragen und Hilfestellungen (u. a. im Umgang mit den Herkunftseltern und rechtliche Hinweise) für Sie da.

    Darüber hinaus wird durch das Jugendamt der finanzielle Bedarf des Pflegekindes durch die Zahlung eines altersgestaffelten monatlichen Pflegegeldes nach Festlegung des Landesjugendamtes abgedeckt. Bei Bedarf können auf vorherigen Antrag einmalige Beihilfen oder Zuschüsse zur Erstausstattung, bei wichtigen persönlichen Anlässen, Ferienreisen, Schul- und Berufsbildung u. a. gewährt werden.

    Verbleibt das Pflegekind auf Dauer in der Pflegefamilie, können die Pflegeeltern selbst kindergeldberechtigt werden und das Kindergeld bei der zuständigen Familienkasse beantragen (gegen Vorlage einer Bescheinigung des Jugendamtes, aus der hervorgeht, dass es sich um ein Dauerpflegeverhältnis handelt).

  • 5. Was ist der Unterschied zur Adoption?

    Mit der Adoption erhalten Adoptiveltern die rechtliche Stellung von leiblichen Eltern. Sie übernehmen dauerhaft alle Rechte und Pflichten für das adoptierte Kind. Sie sind damit sorgeberechtigt und tragen den Unterhalt für das Kind selbst.

    Bei Pflegekindern dagegen verbleibt das elterliche Sorgerecht häufig ganz oder in Teilen bei den leiblichen Eltern oder es wird durch einen Vormund oder Pfleger wahrgenommen. Die Pflegeeltern können Entscheidungen treffen, die das alltägliche Leben der Pflegekinder regeln. Bei wichtigen Entscheidungen müssen die leiblichen Eltern oder der Vormund und der Pfleger einbezogen werden.

    Adoptions- und Pflegekinder haben - unabhängig von ihrer rechtlichen Stellung in ihrer neuen Familie -  Herkunftseltern. Die Auseinandersetzung damit kann im Laufe ihres Lebens zu Identitäts- und Loyalitätskonflikten führen.

  • 6. Wie wird man Pflegeeltern?

    Sie sind daran interessiert Pflegeeltern zu werden? Dann setzen Sie sich mit uns in Verbindung.

    Unser Pflegekinderfachdienst wird anschließend mit Ihnen ein Beratungsgespräch vereinbaren, in dem Ihre individuellen Möglichkeiten besprochen werden und Sie alles über die Inpflegenahme von Kindern erfahren.