Spatenstich für schnelles Internet – Breitbandnacherschließung im Landkreis Cochem-Zell gestartet

Der Breitbandausbau in Cochem-Zell geht in die nächste Runde. Mit dem symbolischen Spatenstich an der Grund- und Realschule plus Treis-Karden haben die Breitbandnacherschließungen nunmehr begonnen.


 

Damit wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht. Landrat Manfred Schnur freute sich, hierzu den Parlamentarischen Staatssekretär Steffen Bilger des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, weiterhin Tim Brauckmüller, Geschäftsführer der ateneKOM GmbH, Projektträger des BMVI, welche zudem das Breitbandbüro das Bundes betreibt sowie Staatssekretärin Heike Raab begrüßen zu dürfen.

Staatssekretär Steffen Bilger betonte: „Die besten Förderprojekte nützen nichts, wenn Sie nicht vor Ort angenommen werden. In Cochem Zell übernimmt die kommunale Ebene in Zeiten des digitalen Zeitaltes Verantwortung für die Region und die Menschen".

Insgesamt investiert der Landkreis rund 19 Millionen Euro in den Ausbau des Breitbandnetzes. Finanziell ist dies nur durch die Unterstützung von Bund und Land möglich. So übernimmt der Bund rund 60% der sogenannten „Wirtschaftlichkeitslücke", was einer Förderung von 11,4 Millionen Euro entspricht. Das Land trägt im Rahmen der Kofinanzierung zusätzlich 30 % der Kosten in Höhe von 5,7 Millionen Euro. Der Eigenbetrag von 1,9 Millionen Euro teilen sich die vier Verbandsgemeinden und der Landkreis solidarisch zu je 20 %. Die solidarische Kostenteilung zwischen Landkreis und Verbandsgemeinden stellt insbesondere für die Ortsgemeinden eine finanzielle Entlastung dar.

„Ein solches Projekt nur kann gemeinschaftlich funktionieren. In Cochem-Zell haben sowohl Bund, Land als auch die Kommunen ihren Beitrag dazu geleistet, dass wir heute mit den Breitbandnacherschließungen beginnen können", führt Staatssekretärin Heike Raab weiter aus.

Landrat Schnur blickt zufrieden zurück: „In der kommunalen Familie haben wir uns in Sachen Breitbandausbau im Landkreis bereits früh gemeinsam auf den Weg gemacht. Als bundesweit erster Landkreis wurden bis zum Jahr 2016 alle Gemeinden im Landkreis im Rahmen eines Public-Private-Partnership durch die Breitband-Infrastrukturgesellschaft Cochem-Zell (BIG) an die schnelle Datenautobahn mit mindestens 16 Mbit/s, in der Regel aber mit 50 Mbit/s und teilweise sogar mit bis zu 100 Mbit/s angeschlossen. Damit wurde eine digitale Grundversorgung geschaffen.

Tim Brauckmüller begleitet den Landkreis in Sachen Breitbandausbau bereits seit dem Jahr 2006. Er berichtet, dass man Breitband damals noch nicht als Infrastruktur bezeichnen durfte. Bis heute nennt er Cochem-Zell als Best-Practise-Beispiel in Sachen Breitbandausbau.

„Dennoch besteht insbesondere in Randbereichen und in weiter entfernt gelegenen Wohn- und Gewerbegebieten noch ein Versorgungsbedarf. Zudem hat der Bedarf nach hohen Bandbreiten im Zuge der Digitalisierung in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Daher möchten wir uns nicht auf dem bestehenden Breitbandnetz ausruhen. Ich freue ich mich, dass wir heute endlich mit den Nacherschließungen beginnen und die Breitbandinfrastruktur im Landkreis weiter ausbauen können", so der Landrat.

Im Rahmen der zweiten Ausbaustufe werden insgesamt rund 1.700 Anschlüsse mit mindestens 50 Mbit/s versorgt. Auch der Ort des Spatenstiches ist nicht zufällig gewählt. Denn im Zuge der Nacherschließung erhalten alle Schulen im Landkreis einen direkten FTTH –Anschluss mit einer Versorgungsquote von mindestens 30 Mbit/s pro Klasse. „Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für die Umsetzung des Digital Paktes", erklärt der Kreischef. Gleichzeitig sollen auch Löcher in der Mobilfunkversorgung geschlossen werden. Konkret werden potenzielle Standorte für neue Mobilfunkmasten mit Glasfaser angebunden.

Der Auftrag für die Nacherschließungsmaßnahmen konnte nach einer europaweiten Ausschreibung an die Breitband-Infrastrukturgesellschaft Cochem-Zell (BIG) vergeben werden. Damit steht dem Landkreis ein bekannter Partner zur Seite.

Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe, aber auch als unverzichtbare Basis für Neuansiedlungen, benötigen vor allem auch die Unternehmen dringend direkte Glasfaseranschlüsse. Daher hat der Kreistag in seiner vergangenen Sitzung bereits die Weichen für die dritte und nächste Ausbaustufe geschaffen. Über ein weiteres Förderprogramm sollen Industrie- und Gewerbegebiete erschlossen werden. Da die Aufgreifschwelle für die Förderung hier bei 30 MBit/s je internetverbundenen Arbeitsplatz liegt, können so wesentlich mehr Unternehmen versorgt werden, als beim laufenden Nacherschließungsprojekt. Die Antragstellung soll noch in diesem Jahr erfolgen. In diesem Zuge sollen in den Gewerbegebieten auch lokale 5G-fähige Infrastrukturen geschaffen werden.

„Der heutige Spatenstich ist ein großer aber sicherlich nicht der letzte Schritt. Ich denke, dass der Breitbandausbau und der stetig wachsende Bedarf an höheren Bandbreiten bei Wirtschaft und Bürgern zu einer „Daueraufgabe" wird. Zudem möchten wir unsere Vorreiterrolle im Vergleich zu anderen ländlichen Räumen halten und weiter ausbauen", erklärt der Kreischef.







 
 
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