Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2018 - Grenderich siegt in der Hauptklasse, Bruttig-Fankel in der Sonderklasse

Der Kreisentscheid des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft" ist abgeschlossen.


 

Teilgenommen haben die Dörfer Alflen und Bruttig-Fankel in der Sonderklasse, Greimersburg, Grenderich, Kennfus und Lutzerath in der Hauptklasse. Für die Teilnahme am Gebietsentscheid haben sich die Gemeinden Bruttig-Fankel, Grenderich und Greimersburg qualifiziert.


Hauptklasse

Grenderich (Gold in der Hauptklasse)

Ortsbegehung GrenderichGrenderich ist es mit dem Barfußpark gelungen, einen besonderen touristischen Anziehungspunkt zu schaffen. Aus dem ökologisch belasteten Areal rund um einen See entstand ein Ort, wo die Natur mit allen Sinnen erlebt werden kann. In vielen Stunden Eigenleistung haben die Bürgerinnen und Bürger zu dem Projekt beigetragen. Eine Vielzahl von Vereinen geht mit großem Ideenreichtum auf die Bedürfnisse der Grendericher ein. Zum Beispiel wurde ein Verein gegründet, der geeignete Spiel- und Trainingsflächen für Hundebesitzer anlegt. Ehrenamtliche vervollständigen und digitalisieren die Dorfchronik, um die Geschichte und die Traditionen Grenderichs auch für die nächste Generation zu bewahren. Insgesamt punktete das Dorf durch seinen einzigartigen Mix aus Stärken in Tourismus und Wirtschaft sowie durch kreative Angebote für die Einwohnerinnen und Einwohner, die Grenderich zu einem Dorf mit besonderer Lebensqualität machen.

Greimersburg (Silber in der Hauptklasse)

Ortsbegehung GreimersburgDer Dorfladen „Oose Lade" konnte sich in den vergangen sieben Jahren fest im Ort etablieren. Betrieben wird er von Ehrenamtlichen und Teilzeitkräften. Er ist gleichzeitig ein Ort für Begegnungen und Kommunikation, trägt zur Daseinsvorsorge bei und ermöglicht auch älteren Dorfbewohnern eine selbstständige Versorgung. Ganz besonders wertete die Jury die vielfältigen Angebote für Senioren. Ein monatlich stattfindender Seniorentreff wird von ehrenamtlichen Helfern betreut. Die geplante Wohn-Pflege-Gemeinschaft ist ein weiteres „Leuchtturm-Projekt" des Dorfs. Pflegebedürftigen Menschen wird es ermöglicht, weiterhin am Dorfleben teilzuhaben, während das Konzept einer Wohngemeinschaft hilft, Eigenständigkeit zu erhalten. In einer Bürgergenossenschaft treten die Dorfbewohner dabei selbst als Investoren auf.

Kennfus (Bronze in der Hauptklasse)

Ortsbegehung KennfusBesonders positiv fiel Kennfus durch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger und das ansprechende Erscheinungsbild des Dorfs auf. Kennfus macht sich stark für den Erhalt der Dorfgemeinschaft. So erweiterte man das jährliche Sportfest kurzerhand um ein Beachvolleyball- und Beachvölkerball-Turnier. Der Sandplatz dafür wurde durch Spenden finanziert und von Ehrenamtlichen gebaut. Mit Erfolg, denn die Besucherzahlen steigen. Um den Kindern eine Jugendfeuerwehr anbieten zu können, vernetzt sich die Gemeinde mit den umliegenden Dörfern. Wenig Leerstand und ein großer Bestand an gut erhaltenen alten Gebäuden verleihen dem Dorf einen gepflegten und romantischen Charme.

Lutzerath (4. Platz in der Hauptklasse)

Ortsbegehung LutzerathLutzerath ist wichtiger Anlaufpunkt für die umliegenden Dörfer als Standort einer Schule, eines Kindergartens und mehrerer Lebensmittelgeschäfte sowie Arztpraxen. In der Gemeinde vereinen sich die Vorteile des Dorflebens mit wohnortnahen Arbeitsplätzen. Lutzerath zeigt großes Engagement, diese Stärken zu erhalten, neue Gewerbebetriebe anzuwerben und Leerstand - auch in Gewerberäumen - zu verhindern. Die Jury beeindruckte das Engagement der Dorfgemeinschaft für die Wallfahrtskirche in Driesch. Ein großer Teil der Renovierungsarbeiten wurden ehrenamtlich geleistet. Die hohe Wertschätzung für die Kirche drückt sich auch in den gesammelten Spenden aus. Mit der Sanierung des alten Backes in Driesch wurde ein weiteres Highlight geschaffen.


Sonderklasse

Bruttig-Fankel (Gold in der Sonderklasse)

Ortsbegehung Bruttig-FankelBruttig-Fankel überzeugte die Jury durch seine Vielseitigkeit. Sowohl beim bürgerschaftlichen Engagement, als auch bei Gestaltungsplänen, bei der historischen Bausubstanz und der Grüngestaltung konnte die Gemeinde Bestnoten erzielen.

In Bruttig-Fankel werden alle Bürgerinnen und Bürger, ob jung oder alt, in die Dorfentwicklung einbezogen. Gemeinderatssitzungen sollen nach Schulschluss erfolgen, um auch Schülerinnen und Schülern einen Zugang zur Lokalpolitik zu ermöglichen. Ehrenamtliche nehmen im Ort zahlreiche Funktionen ein. Die Nachmittagsbetreuung von Schulkindern, die Umgestaltung des Schulgeländes der Grundschule, die Pflege der ehemaligen Synagoge und die Ämter in den zahlreichen Vereinen sind dabei nur einige Beispiele. Auch dem Klimaschutz wird mit der Teilnahme am Projekt „Cochem-Zeller Energiedorf" Rechnung getragen.

Alflen (Silber in der Sonderklasse)

Ortsbegehung AlflenIn Alflen nehmen die Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Zukunftsgestaltung in ihrer Gemeinde teil. Die Ziele sind klar definiert: Innenentwicklung, gemeinschaftliches Miteinander und Erhalt der Infrastruktur. Die Jury würdigte das Engagement für den Klimaschutz und die zahlreichen Energiesparmaßnahmen, die von vielen Einwohnerinnen und Einwohnern in ihren Wohnhäusern integriert wurden. Auch das Dorfmuseum überzeugte mit der Vielfalt und liebevollen Präsentation der Exponate. Dabei ist die Leidenschaft der Ehrenamtlichen für die Dorfgeschichte deutlich zu spüren. Eine eigens eingerichtete Projektgruppe plant die Umnutzung des leerstehenden Schulgebäudes. Mit der Verlegung des Kindergartens und der Einrichtung von Gemeindebüro und Dorfgemeinschaftsraum wird das Gebäude zu neuem Leben erweckt.  


Alle teilnehmenden Gemeinden können optimistisch in die Zukunft blicken. Die präsentierten Projekte und Initiativen zeigten überall, wie wichtig es den Bürgerinnen und Bürgern ist, das Dorfleben aktiv mitzubestimmen. Genauso muss in allen Dörfern das bürgerschaftliche Engagement ganz besonders hervorgehoben werden. In ehrenamtlicher Arbeit haben die Einwohnerinnen und Einwohner sich mit den Stärken und Schwächen ihres Dorfs auseinander gesetzt und einen Rundgang kreiert, der ihre Gemeinde mit all ihrem Charme und ihrer Einzigartigkeit widerspiegelt. Dieses Engagement ist beispielhaft dafür, wie der demographische Wandel aktiv und konstruktiv gestaltet werden kann.


 
 
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