Leitbild

1.)
Die Landschaft stellt das wichtigste Kapital des Landkreises Cochem-Zell dar. Sie gilt es zu bewahren und zu schützen.

Mit dem Dreiklang von Mosel, Eifel und Hunsrück bietet der Landkreis Cochem-Zell landschaftliche Abwechslung und Vielfalt. Damit ist er ein attraktiver Lebensraum für Jung und Alt.

 Daraus ergeben sich folgende Aufgaben und Zielsetzungen:

  • Landschafts- und Naturschutz sind wichtige und immerwährende Aufgaben.
  • Das Verhältnis der Flächennutzung (etwa 45 % Wald, 40 % Äcker und Wiesen, 10 % Gebäude-, Frei- und Verkehrsfläche) sollte im Wesentlichen beibehalten werden.
  • Dem Brachliegen von Weinbergsflächen muss entgegengewirkt werden. Wo still-gelegte Weinbergsflächen für eine weinbauliche Nutzung nicht mehr in Frage kommen, sind sie für Obstbaumkulturen (Weinbergspfirsich) oder als Ökoflächen zu verwenden.
  • Beim Wald ist einem gesunden und stabilen Mischwald der Vorzug vor Mono-kulturen zu geben.
  • Der Zersiedelung der Landschaft muss Einhalt geboten werden.
  • Der Bedarf an Industrie- und Gewerbeflächen ist gedeckt. Neue Ausweisungen sollen nur noch im Rahmen eines örtlichen Eigenbedarfs stattfinden.
  • Vor der Ausweisung von Neubaugebieten sind alle Bemühungen darauf auszu-richten, Baulücken zu schließen und leerstehende Anwesen in den Ortskernen zur Wohnbebauung zu nutzen.

2.)
Landwirtschaft und Weinbau sind aus ökologischen und ökonomischen Gründen für den Landkreis unverzichtbar.

Daraus folgert:

  • Die wirtschaftlichen Grundlagen von Landwirten und Winzern müssen verbessert werden.
  • Selbstvermarktung sowohl der landwirtschaftlichen Produkte als auch der er-zeugten Weine sind wichtige Zielsetzungen.

3.)
Eine ausreichende Zahl von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen sind Voraussetzung für eine gute wirtschaftliche Entwicklung
.

Deshalb

  • gilt die Fürsorge den vorhandenen Produktions-, Handwerks-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Ihnen jede nur mögliche Hilfestellung zu geben, ist eine ständige Aufgabenstellung.
  • Ansiedlungswillige neue Unternehmen und Existenzgründer verdienen jede Un-terstützung.
  • Eine gute Verkehrsinfrastruktur ist für die wirtschaftliche Entwicklung unerlässlich. Daraus folgt, dass die Straßen im Landkreis gut ausgebaut sein müssen; das gilt auch für die in und aus den Ballungszentren führenden Verkehrsachsen (z.B. Lückenschluss bei der A 1, Hochmoselübergang im Zuge der A 60).
  • Die Flugplätze Büchel und Hahn haben als wichtige Arbeitgeber und Nachfrager von Waren und Dienstleistungen eine besondere Bedeutung.

4.)
Der Tourismus, der für viele Bewohner des Landkreises die Existenzgrundlage darstellt, ist weiter auszubauen.

Tourismusschwerpunkt ist in erster Linie das Moseltal mit den beiden Städten Cochem und Zell sowie dem in einem Seitental gelegenen Staatsbad Bad Bertrich. Aber auch die Höhengebiete der Eifel und des Hunsrücks - früher weitgehend landwirtschaftlich aus-gerichtet - finden zunehmend touristischen Anklang. Mit der Beteiligung des Landkrei-ses Cochem-Zell an der Mosellandtouristik, Eifeltouristik und der Hunsrücktouristik sind flächendeckende Strukturen für Werbung, Marketing und Vertrieb geschaffen.

Als Schwerpunkte eines qualitätsorientierten Tourismus werden gesehen

  • die touristische Weiterentwicklung des Moseltales als UNESCO-Weltkulturerbe,
  • Vervollständigung des Netzes der Wander- und Radwege und der weitere Ausbau entsprechender Angebote,
  • Bündelung von Angeboten aus den Bereichen Landwirtschaft, Wein und Kultur,
  • zusätzliche Angebote für Urlaub auf Winzer- und Bauernhöfen,
  • Marketing-Aktivitäten zur Nutzung des Flughafens Frankfurt-Hahn für die Ge-winnung von zusätzlichen Gästen.

5.)
Jugend, Soziales und Gesundheit

Die im Landkreis Cochem-Zell vorhandene gut ausgebaute und leistungsfähige soziale Infrastruktur gilt es zu erhalten und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

Dabei geht es im Einzelnen um:

  • Stärkung und Vernetzung von professionellen und ehrenamtlichen Angeboten in der ambulanten Altenhilfe (ambulant vor stationär), vor allem für die wachsende Zahl der Demenzkranken.
  • Ausbau der ambulanten Angebote im Bereich der Behindertenhilfe zur Verbesse-rung der Eingliederung behinderter Menschen in unserer Gesellschaft und zur Vermeidung bzw. Hinauszögern von Heimunterbringungen.
  • Förderung und Fordern von Empfängern von Hilfen zum Lebensunterhalt zur In-tegration in den Arbeitsmarkt durch stärkere Zusammenarbeit mit der Arbeitsver-waltung und Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten (für alle erwerbsfähigen Hilfeempfänger).
  • Vorhaltung eines bedarfsgerechten Angebotes an Ganztags-, Krippen- und Hort-plätzen in den Kindertagesstätten.
  • Steigerung der Attraktivität unserer Region auch für Kinder und Jugendliche (Be-reithaltung von Jugendräumen in allen Gemeinden; Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an den sie betreffenden Entscheidungen).
  • Weiterentwicklung und Vernetzung von Angeboten der ambulanten Jugendhilfe zur Vermeidung von hohen Heimunterbringungskosten.
  • Vorbeugender Gesundheitsschutz der Bevölkerung durch vermehrte Informa-tionen über natürliche Ernährung unter Verwendung der in unserer Region er-zeugten Nahrungsmittel.

6.)
Schulen, Sport und Kultur

Schulen, Sport und Kultur haben einen hohen Stellenwert im Landkreis Cochem-Zell. Ihn zu erhalten, ist wichtiger Teil des kommunalpolitischen Handelns.

Die Ausstattung mit Schulen und Sportstätten ist gut; es gibt 26 Grundschulen, 4 Re-gionale Schulen, 3 Hauptschulen, 2 Realschulen, 1 Gymnasium und 3 Förderschulen. Sportplätze und Turnhallen sind in vielen Gemeinden vorhanden. Die kulturelle Vielfalt im Landkreis ist beeindruckend. Trotzdem sind Verbesserungen wünschenswert durch

  • Einrichtung einer Schule mit Abiturfunktion am Standort Zell zur Gewährleistung der wohnortnahen Beschulung der Schüler aus dieser Region,
  • Entwicklung neuer Angebote an den Hauptschulen mit dem Ziel der Beseitigung bestehender Akzeptanzprobleme,
  • bedarfsgerechten Ausbau des Angebotes von Schulsozialarbeit durch das Land in allen Schulen des Landkreises im Sinne einer möglichst effektiven Präventionsar-beit.
  • Unterstützung der Vereine durch Förderung oder Schaffung der notwendigen Sportanlagen; ggf. mit einer angemessenen Eigenbeteiligung,
  • Förderung des Jugendsports durch eine stärkere Koordination und Zusammenar-beit im Bereich des Schulsports und der Vereinsangebote,
  • verbesserte Herausstellung der kulturellen Highlights - auch als Standortfaktor - im Internet und der Werbung,
  • verbesserte Abstimmung der kulturellen Angebote.

 
7.)
Umweltschutz, Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft

Umweltschutz ist für den Landkreis ein wichtiges und zentrales Thema. Deshalb ist eine vernünftige Abfallwirtschaft unerlässlich. Der schonende Umgang mit dem Trinkwasser und der Schutz des Grundwassers sind ständige Verpflichtungen.

 Zielsetzungen in diesem Zusammenhang sind:

  • Überprüfung aller Planungen auf Sozial- und Umweltverträglichkeit,
  • Deckung des Energiebedarfes - soweit möglich - durch regenerative Energien,
  • Weiterentwicklung der Abwasserbehandlung auf hohem Niveau,
  • Schutz der Kulturlandschaft durch konsequente Verfolgung von Umweltdelikten.



 

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