Fit für die Schule auch ohne Kita – wie können Eltern ihr Kind auf die Einschulung vorbereiten?


Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e. V. informiert.

 

Kein Grund zur Sorge

Die meisten Kinder freuen sich auf den ersten Schultag. Viele Eltern aber werden von Ängsten geplagt. Ist das Kind selbständig genug? Kann es so lange stillsitzen? Kann es all den Anforderungen in der Schule gerecht werden? Auch wenn Eltern solche Bedenken schon immer hatten – in diesem Jahr werden sie durch die lange Kita-Schließung noch verstärkt. Denn alle Vorbereitungen auf die Schule, die sonst von den Fachkräften der Kitas und der Grundschule angeboten werden, fallen wegen des Corona-Virus aus. Trotzdem: Bloß keinen Stress! Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Denn auch Sie können Ihr Kind gut auf die Einschulung vorbereiten – damit Eltern und Kinder dem ersten Schultag ohne „Bauchschmerzen" entgegensehen können.

Lernen macht Spaß

Das Wichtigste, was Sie Ihrem Kind vermitteln sollten: Die Schule wird ein großer Spaß. Vergessen Sie das mit dem Ernst des Lebens - machen Sie Ihrem Kind Lust aufs Lernen. Das bedeutet nicht, dass Sie jetzt schon mit dem Unterricht anfangen sollten. Zählen und Buchstaben malen – das lernen die ABC-Schützen in der ersten Klasse. Es hat keinen Sinn, Kindern da einen Vorsprung verschaffen zu wollen, am Ende langweilen sie sich noch in der Schule. Was Sie aber tun können: Sie können Ihrem Kind auf spielerischem Weg den Schulstart erleichtern.


Malen, zeichnen und kritzeln

Eine gute Vorbereitung zum Schreibenlernen ist das Malen. Beim Malen lernen Kinder, mit Stiften umzugehen, sie lernen, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren, sie bekommen einen Blick auf Details und damit eine genauere Vorstellung von der Welt. Motivieren Sie Ihr Kind, Bilder zu malen – vielleicht für die Großeltern, die es jetzt schon länger nicht gesehen hat. Oder auch für Freunde oder die Nachbarin im Haus. Und: Loben Sie Ihr Kind für seine Meisterwerke. Jedes Bild ist schön, es gibt kein Besser oder Schlechter beim Malen. Auch Malbücher auszumalen, stärkt die Feinmotorik und bereitet Kinderhände auf das Schreiben vor.

Schneiden, kleben und werken

Nicht alle Kinder haben Lust zu malen. Gerade Jungs sind oft schwer dazu zu bewegen, einen Stift in die Hand zu nehmen. Zwingen Sie Ihr Kind nicht dazu. Es gibt noch andere Wege, um die Fingerfertigkeit zu schulen. Basteln Sie einfach mit Ihrem Kind. Auch der Umgang mit Schere und Klebstoff will gelernt sein. Falten Sie Papierflieger oder stellen Sie gemeinsam die Schultüte für den ersten Schultag her. Ob mit Holz, Pappe oder Stoffen – im Internet finden Sie tolle Bastel- und Werkanleitungen, die auch Jungs begeistern. Das gemeinsame Basteln wird Ihnen nicht nur viel Freude bereiten – es schult die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, Ausdauer zu haben und gemeinsam an einer Aufgabe zu arbeiten.

Lesen und erzählen

Nichts ist gemütlicher, als mit Mama und Papa zu kuscheln und spannende Geschichten zu hören. Doch Vorlesen macht nicht nur Spaß, es fördert die Sprachentwicklung und erweitert den Wortschatz. Und nicht nur das: Das Kind lernt zuzuhören, sich zu konzentrieren, es lernt, sich Details zu merken. Wichtig ist, dass Sie Fragen zum Text stellen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, lassen Sie es die Geschichte nacherzählen oder auch mal weitererzählen. Ermutigen Sie ihr Kind, sich selbst Geschichten auszudenken. So wecken sie seine Fantasie und die Freude am Erzählen. Ganz nebenbei stärken Sie die Bereitschaft, den Mund aufzumachen und sich später in der Schule am Unterricht zu beteiligen.

Lernen im Alltag

Noch wichtiger aber ist es, die Selbständigkeit Ihres Kindes zu fördern. Sich selbst die Schuhe binden und sich selbst anziehen können, das müssen Kinder können, um den Schulalltag zu meistern. Je flotter Kinder darin sind, umso besser. Gerade nach dem Sportunterricht kommt es darauf an, sich ohne zu trödeln alleine anziehen zu können. Lassen Sie Ihr Kind sein Butterbrot schmieren, das Mäppchen nach dem Malen wieder einräumen. Nehmen Sie ihm nicht alles ab, geben Sie ihm immer wieder neue Aufgaben. So fördern Sie die Selbständigkeit und auch das Selbstbewusstsein Ihres Kindes.

Damit Ihr Kind sicher zur Schule kommt, sollten Sie es gut auf den Weg vorbereiten. Es sollte wissen, wie ein Zebrastreifen zu nutzen ist, sollte mit der Fußgängerampel vertraut sein und gewohnt sein, sich im Straßenverkehr zu bewegen. Kinder, die immer nur mit dem Auto gefahren werden, haben hier Nachholbedarf. Auch sollte es links und rechts unterscheiden können. Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind den Schulweg fest und gehen Sie den Weg vor der Einschulung mehrmals ab. Die Schulbesuche, die viele Kitas im Jahr vor der Einschulung machen, fallen in diesem Jahr leider aus. Vielleicht schauen Sie sich die Schule und den Schulhof zumindest von außen an und malen Sie sich mit dem Kind gemeinsam aus, wie es innen wohl aussieht.

Hygiene- und Abstandsregeln einüben

Vermutlich wird auch im August noch nicht alles wieder so sein wie früher. Es ist davon auszugehen, dass die Hygiene- und Abstandsregeln, die vor einer Infektion mit Corona-Viren schützen sollen, dann immer noch gelten. Bereiten Sie daher Ihr Kind darauf vor, dass es eventuell auf dem Schulhof, in den Pausen, auf den Gängen einen Mund-Nasen-Schutz tragen muss und üben Sie das Auf- und Absetzen der Maske. Im Unterricht selbst sind Masken aktuell nicht nötig. Besprechen Sie auch, dass es wahrscheinlich nicht direkt neben einem anderen Kind, sondern erst einmal alleine am Tisch sitzen wird. Das ist für Kinder schwer zu ertragen – versuchen Sie daher, die Vorteile herauszustellen: Man hat mehr Platz oder: Man wird vom Nachbarkind nicht gestört.

Da Händehygiene derzeit zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen gehört, üben Sie das richtige und regelmäßige Händewaschen. Je selbstverständlicher das für Ihr Kind ist, umso besser. Wie richtiges Händewaschen geht, ist auf einem Plakat zu sehen, das auf der Homepage der LZG unter www.lzg-rlp.de/de/corona-info.html heruntergeladen und über dem Waschbecken aufgehängt werden kann. Dass man beim Niesen nicht die Hand vor den Mund hält, sondern in die Armbeuge niest, und dass man genügend Abstand zu anderen Menschen hält – auch das muss Ihr Kind lernen. Ein Zollstock kann ihm helfen, sich die Entfernung von 1,5 Metern besser vorzustellen. Nutzen Sie die Zeit bis zu Einschulung, um all diese Maßnahmen immer wieder anzusprechen und einzuüben – und gehen Sie mit gutem Vorbild voran.

Auch wenn Ihnen aufgrund der Corona-Pandemie noch vieles zur ersten Schulzeit Ihres Kindes unklar ist, vermitteln Sie ihm Optimismus – damit es sich auf einen spannenden neuen Lebensabschnitt freuen kann!


Das nächste Gesundheitstelefon ab 1. Juni 2020 steht unter dem Motto „Seelisch gesund durch die Corona-Krise". Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund.


Sie finden diesen Text auch auf der Homepage der LZG unter www.gesundheitstelefon-rlp.de.

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de 
Redaktion: Birgit Kahl-Rüther, Mail: bkahl@lzg-rlp.de


                                                                                                                                             ©Stefano Reina - stock.adobe.com
 
 
Ansprechpartner
Fachbereich 2 - Bildung und Kultur
Helga Jacobs
Tel.: 02671/61-225
E-mail: helga.jacobs@cochem-zell.de

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