Hochwasser-Informationen

 

1. Die Hochwassersaison beginnt - sind Sie gut gerüstet?
2. Wann steht das Wasser wo?
3. Hochwasserinformationen - wo sind sie erhältlich, was bedeuten Sie?
4. Das Hochwasser kommt - packen Sie mit an!
5. Versicherung gegen Hochwasserschäden ist möglich
6. Ölheizungen bei Hochwasser
7. So mache ich mein Haus hochwassersicher


1. Die Hochwassersaison beginnt - sie Sie gut gerüstet?

Mit Beginn der Hochwasserzeit im Herbst sollten Sie als Anwohner der Mosel prüfen, ob Sie ausreichend vorbereitet sind. Sofern Sie keine Hochwassererfahrung haben, sollten Sie dennoch klären, ob Sie betroffen sein können. Das lässt sich leicht feststellen anhand der vom Land Rheinland-Pfalz veröffentlichten Gefahrenkarten, die Sie im Internet finden unter www.hochwassermanagement.rlp.de. Die Karten zeigen, wie weit das Wasser ausufern kann.

Kontrollieren Sie dann Ihre persönliche Notfallausrüstung. Dazu gehören, vor allem wenn Sie damit rechnen müssen, dass Sie Ihr Haus für ein paar Tage nicht verlassen können:

  • Stromunabhängige Beleuchtung und Heizung sowie Kochstelle (Funktionsfähigkeit prüfen)
  • Netzunabhängiges Rundfunkgerät (Batterien prüfen, Ersatz bereithalten)
  • Essen und Trinken (Haltbarkeit prüfen)
  • Hausapotheke (Vollständigkeit prüfen)
  • Gummistiefel oder Wathosen
  • Sandsäcke, Dammbalken, Tauchpumpe, Stegebaumaterial

Wichtig ist auch, sich bei Hochwasser richtig zu verhalten. Sorgen Sie rechtzeitig für eine Unterkunft für kranke und pflegebedürftige Personen. Parken Sie bei anlaufendem Hochwasser Ihren Pkw hochwassersicher. Räumen Sie den Keller und weitere überschwemmungsgefährdete Räume rechtzeitig und schalten Sie den Strom in diesen Räumen ab. Bauen Sie – wenn erforderlich – den Heizungsbrenner aus, und sichern Sie den Öltank. Entfernen Sie wassergefährdende Stoffe wie Farben, Pflanzenschutzmittel u.ä. aus den gefährdeten Räumen.

Befolgen Sie die Anweisungen der Feuerwehr; sie verfügt über entsprechende Erfahrungen bei Schadensfällen. Bleiben Sie ruhig und besonnen.

 


2. Wann steht das Wasser wo?

Ein Hochwasser läuft an, und Sie fragen sich, wie hoch es kommen wird und wo das Wasser dann steht. Vor allem Hochwasserunerfahrene brauchen hier Orientierungshilfen.

Für die Mosel sind die Pegel von Trier und Cochem wichtige Bezugspegel. Wenn die Mosel einen Wasserstand am Pegel Trier von 500 cm überschritten hat und schneller steigt als 10 cm/h oder wenn sie 600 cm überschritten hat und weiter steigt, nimmt der Hochwassermeldedienst seine Arbeit auf. Sie können die aktuellen Pegelstände und die Vorhersagen für die nächsten sechs und neun Stunden sowie die Hochwasserabschätzung für 24 Stunden dann z.B. im Internet unter www.hochwasser-rlp.de abrufen.

Beachten Sie die Beschränkungen hinsichtlich der Erreichbarkeit von Häusern und Wohnungen und den möglichen Ausfall von Strom, Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung. Fragen Sie dazu als auch über Anhaltspunkte, bei welchem Pegel das Wasser wo steht, bei Ihrer zuständigen Verbandsgemeindeverwaltung nach.

Bei Hochwasser müssen Betroffene im Rahmen des ihnen Möglichen selbst Vorsorge treffen. Hochwasservorsorge ist Ihre eigene Aufgabe, doch Sie sind nicht allein. Bei Fragen über Hochwasserschutz und Hochwasservorsorge wenden Sie sich bitte an die Ordnungsbehörde der für Sie zuständigen Verbandsgemeindeverwaltung:

Die örtliche Feuerwehr und sonstige Hilfsorganisationen unterstützen Sie in einer akuten Notlage und helfen Ihnen nach besten Kräften. Doch sind die Kapazitäten der Einsatzkräfte begrenzt und dienen in erster Linie der allgemeinen Gefahrenabwehr.

Deutlich früher als die Überflutung kann das aufsteigende Grundwasser Ihr Gebäude betreffen. Wann das Wasser in den Keller eindringt, lässt sich an der oberflächlichen Überflutung nicht immer ablesen. Der Vorbesitzer oder die Nachbarn können Ihnen hierüber am ehesten Auskunft geben. Räumen Sie rechtzeitig Ihren Keller, und schützen Sie ihn vor Rückstau aus der Kanalisation durch Schließen der Rückstauklappe. Wenn das Wasser weiter steigt, räumen Sie frühzeitig auch die weiteren bedrohten Räume. Rechnen Sie damit, dass Sie das Haus nicht mehr verlassen können oder evakuiert werden müssen und treffen Sie hierfür entsprechende Vorkehrungen.

Bleiben Sie ruhig, und folgen Sie den Anweisungen der Rettungskräfte.


3. Hochwasserinformationen – wo sind sie erhältlich, was bedeuten sie?

Bei Hochwasser ist es wichtig, frühzeitig zu wissen, wie hoch das Wasser kommen wird, um die richtigen Vorbereitungen zu treffen. Nutzen Sie daher die zahlreichen Möglichkeiten der Hochwasservorhersage, die die Wasserwirtschaftsverwaltung des Landes anbietet.

  • Im Internet finden Sie auf der Seite www.hochwasser-rlp.de en Hochwassermeldedienst für die Mosel mit stündlich aktuellen Pegelständen (auch in hochwasserfreien Zeiten) für Perl, Trier, Zeltingen und Cochem, den Hochwasserlagebericht und Vorhersagen für die nächsten neun Stunden sowie einer Abschätzung der erwarteten Wasserstände für die nächsten 24 Stunden. Die Wasserstände für verschiedene Nebenpegel ergänzen das Informationsangebot. Zudem können Sie sich über alle Themen der Hochwasservorsorge (u.a. Steuerung der Moselwehre bei Hochwasser) auf der Homepage www.ibh.rlp.de informieren.
  • Für Smartphones gibt es die mobile Version unter http://m.hochwasser-rlp.de.
  • Die im Internet verfügbaren Informationen finden Sie auch im Videotext des SWR-Fernsehens auf Tafel 802.
  • Schließlich kann der aktuelle Wasserstand eines Pegels über die bundeseinheitliche Rufnummer 19429 im jeweiligen Ortsnetz abgefragt werden.

Fragen Sie Ihre hochwassererfahrenen Nachbarn, wenn Sie selbst noch keine Erfahrungen mit Hochwasser haben, sie können Ihnen die genauesten Angaben machen, bei welchem Pegel Ihr Haus und Grundstück wie betroffen sein wird. Überlegen Sie dann, was zu tun ist, z.B. Pkw aus dem überschwemmungsgefährdeten Bereich bringen, Keller räumen, Tür- und Fensterverschlüsse installieren usw. Notieren Sie Ihre Erfahrungen und Maßnahmen mit den zugehörigen Pegelständen Ihres nächsten Bezugspegels. Das eigene Hochwassertagebuch hilft beim nächsten Mal und ist Grundlage Ihrer eigenen Notfallplanung. Aktualisieren Sie dieses Tagebuch bei jedem Hochwasser.


4. Das Hochwasser kommt - packen Sie mit an!

Die Hochwasserereignisse im Juni 2013 an Elbe und Donau haben gezeigt, dass bei einem seltenen Hochwasserereignis jede helfende Hand gebraucht wird, um Schäden zu verringern. Daher appellieren wir auch an Sie, wenn Sie die Möglichkeit haben und nicht mit der Schadensabwehr an Ihrem Haus beschäftigt sind, sich zu engagieren. Das kann schon in hochwasserfreien Zeiten beginnen, indem Sie in Ihrem Umfeld die Nachbarschaftshilfe aufbauen und organisieren. Dazu können Sie auch vereinbaren, wie Sie Ihre Nachbarn erreichen, wenn diese bei Hochwasser nicht zu Hause sind. Das gilt insbesondere für Ferienhauseigentümer, die ihr Haus nicht ganzjährig nutzen und daher unter Umständen von einem Hochwasser kalt erwischt werden.

Wenn Sie bei akutem Hochwasser die Hilfskräfte unterstützen wollen, lassen Sie sich von der Feuerwehr entsprechend einweisen, z.B. bei der Befüllung von Sandsäcken. Bei der Wahrnehmung solcher Aufgaben sind Sie in jedem Fall versichert. Für die Tätigkeit der ehrenamtlichen Helfer bei Hochwasser besteht sowohl Unfall- als auch Haftpflicht-Versicherungsschutz durch eine Sammelversicherung des Landes, sofern nicht eine ggf. bestehende Privat-Haftpflichtversicherung bzw. Leistungsverpflichtung eines gesetzlichen Unfall-Versicherungsträgers eintritt.  


5. Versicherung gegen Hochwasserschäden ist möglich

Hochwasserschäden können leicht Dimensionen annehmen, die ein durchschnittlicher Hauseigentümer nicht mehr bewältigen kann. Das betrifft sowohl hochwassererfahrene als auch -unerfahrene Personen. Auch bei guter Vorsorge, für die die Betroffenen selbst zuständig sind, kann eine solche Katastrophe eintreten. Gegen unvermeidliche Schäden gibt es zur weitergehenden Vorsorge die Möglichkeit, sich zu versichern. Die Versicherungsunternehmen bieten in Ergänzung zur Wohngebäude- und Hausratversicherung eine sogenannte Elementarschadenversicherung an, die gegen die Naturgefahren Hochwasser, Sturm, Hagel, Starkregen und einige mehr versichert.

Nach Auskunft der Versicherungsunternehmen ist nahezu jedes Gebäude versicherbar, allerdings wird die tatsächliche Hochwassergefährdung Eingang in die Gestaltung des Versicherungsvertrages finden. Die Versicherbarkeit und damit die Versicherungsprämie orientiert sich aber nicht nur an der Gefährdung, sondern auch an möglichen baulichen oder sonstigen Vorsorgemaßnahmen, einem Selbstbehalt oder der Deckelung des Schadensausgleichs.

Weitere Informationen rund um das Thema „Elementarschäden" finden Sie unter www.naturgefahren.rlp.de.  Die Verbraucherzentrale hat eine Hotline unter der Telefonnummer 0 61 31 – 28 48 868 eingerichtet und beantwortet Ihre Fragen zum Versicherungsschutz (dienstags 14 - 16 Uhr, freitags 9 - 12 Uhr). Sprechen Sie mit Ihrem Versicherer über Möglichkeiten, wie Sie sich versichern und wie Sie den Schutz Ihres Hauses durch besondere Maßnahmen verbessern können.


6. Ölheizungen bei Hochwasser

Öltanks in Hochwassergebieten stellen eine besondere Gefährdung für Ihr Haus und für die Umwelt dar. Bei Hochwasser können Öltanks aufschwimmen und den Kellerraum beschädigen, auslaufendes Öl an Undichtigkeiten belastet die Umwelt und kann Bauwerksschäden verursachen, die nicht sanierbar sind.

Daher müssen Tanks im Keller möglichen Wassereinbrüchen durch Grund- oder Hochwasser widerstehen können. Der Tank muss daher im Boden oder an den Seitenwänden des Kellerraums verankert werden. Fachleute sollten Anschlüsse, Deckel und Füllstandsanzeiger mit entsprechenden Dichtungen sichern. Entlüftungsleitungen können so weit verlängert werden, dass ihr offenes Ende oberhalb des höchsten möglichen Wasserspiegels liegt.

Ist der Tank leer oder kaum gefüllt, muss er besonders gegen Auftrieb gesichert sein. Auf einen völlig überfluteten Tank wirken je 1.000 Liter Fassungsvermögen Auftriebskräfte von etwa einer Tonne. Tanks in hochwassergefährdeten Regionen sind deshalb so zu installieren, dass sie mindestens die 1,3-fache Sicherheit gegen Aufschwimmen des leeren Tanks bei völliger Überflutung bieten.

Ist Heizöl ausgetreten und in den Untergrund, in die Kanalisation oder in ein oberirdisches Gewässer gelangt, muss die Feuerwehr oder die zuständige Behörde (i.d.R. die untere Wasserbehörde) verständigt werden. Ist auf der Wasseroberfläche Öl erkennbar, sollte das Wasser von der Feuerwehr oder einem entsprechenden Fachbetrieb über einen Ölabscheider abgepumpt werden.

Nach dem Hochwasser sind Heizöltank und Ölleitungen auf mögliche Beschädigungen zu untersuchen. Stand die Heizung komplett unter Wasser, müssen der Kessel und insbesondere die elektrischen Bauteile des Brenners sowie die Kesselregelung von einem Heizungsfachbetrieb überprüft und gegebenenfalls ersetzt werden.

Um zukünftig hochwasserbedingte Schäden an Heizöltankanlagen zu vermeiden, sollte im Rahmen der Sanierung ein hochwassersicheres Tanksystem installiert werden. Besser noch: Prüfen Sie die Alternativen, z.B. die Versorgung mit Erdgas.


7. So mache ich mein Haus hochwassersicher

Ein vollständiger Schutz gegen Hochwasser ist nicht möglich, aber bis zu einem bestimmten Wasserstand können Sie durch Vorsorgemaßnahmen die möglichen Schäden reduzieren. Dazu gibt es ein paar Grundregeln, beginnend von der Gebäudenutzung über die Wahl von Baustoffen und Materialien bis hin zur Installation von Schutzvorkehrungen am Haus.

  • Verlagern Sie, wenn möglich, empfindliche und hochwertige Nutzungen wie Wohn- und Schlafräume in die oberen Etagen. Lagern Sie im Keller nur Dinge, die unempfindlich sind oder schnell ausgeräumt werden können.
  • Gleiches gilt für elektrische Anlagen. Die Anordnung der Energieverteilungsanlage sollte 50 cm über dem höchsten Wasserspiegel liegen.
  • Schützen Sie Ihr Gebäude gegen Rückstau aus der Kanalisation.
  • Prüfen Sie bei Erneuerung Ihrer Ölheizung Alternativen (Gas) und die mögliche Verlegung in ein Obergeschoss.
  • Wählen Sie wasserverträgliche Materialien beim Bauen, Sanieren und Renovieren.
  • Gebäudeöffnungen können durch mobile Elemente verschlossen werden, um zu verhindern, dass Wasser eindringt. Standsicherheit und die Gefahr des Aufschwimmens sind jedoch unbedingt zu beachten.

Für die Planung und Ausführung dieser Maßnahmen ziehen Sie am besten Fachleute zu Rate, die sich in der komplexen Materie auskennen. Bei der Suche nach entsprechenden Fachleuten mit Kenntnissen im hochwasserangepassten Planen, Bauen und Sanieren helfen Ihnen die Ingenieurkammer, die Architektenkammer und die Handwerkskammer. Außerdem gibt es zahlreiche Broschüren und Faltblätter, mit denen Sie sich informieren können, z.B. die Hochwasserschutzfibel des Bundesbauministeriums (www.bmvbs.de/DE/Home/home_node.html über Service, Publikationen, Hochwasserfibel) oder die Broschüre „Land unter" des Umweltministeriums Rheinland-Pfalz (www.mulewf.rlp.de/fileadmin/mufv/publikationen/LandUnter.pdf).

 


Weitere Informationen erhalten Sie beim:

Informations- und Beratungszentrum
Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz
c/o Hochwassernotgemeinschaft Rhein
beim Gemeinde- und Städtebund
Rheinland-Pfalz
Deutschhausplatz 1
55116 Mainz
Telefon (0 61 31) 23 98 -0
Telefax (0 61 31) 23 98 139
ibh@gstbrp.de
www.ibh.rlp.de