Stadtwaldlinie Cochem: Kreis und LBM informieren über die weiteren Planungsschritte

Nach einem langjährigen Planungsprozess und vielen politischen Diskussionen hatte der Kreistag dem Ausbau der sog. „Stadtwaldlinie", K 18 (neu) am 22.02.2016 zugestimmt und damit den Weg für die Realisierung des wichtigen Straßenbauprojektes freigemacht.


 

Nach einer kürzlich aktualisierten Kostenberechnung belaufen sich die Gesamtkosten des Projektes auf rund 12,3 Mio. Euro. Der Kreis hat hierfür beim Land eine Zuwendung in Höhe von rund 7,8 Mio. Euro beantragt. Zuwendungen in dieser Größenordnung zu gewähren, stellt jedoch auch für das Land Rheinland-Pfalz eine Herausforderung dar. Daher musste der Kreis im Gegenzug akzeptieren, dass in einem Zeitraum von 5 Jahren keine weiteren Kreisstraßenbaumaßnahmen im Landkreis gefördert werden. Ausnahmen sind unabweisbare Maßnahmen, z. B. durch Unwetterschäden oder solche, die aus Gründen der öffentlichen Sicherheit geboten sind.

„Wir haben diese bittere Pille geschluckt, aber wie enorm wichtig die Stadtwaldlinie für den Verkehr im Landkreis ist, sieht man oft erst dann, wenn die Strecke gesperrt werden muss, wie es kürzlich der Fall war", erläutert Schnur.

Der Kreischef hat sich daher sowohl beim Präsidenten des Rechnungshofes, Jörg Berres, als auch beim Staatssekretär im Verkehrsministerium, Andy Becht, für das Straßenbauprojekt im Kreis stark gemacht. Nachdem der Landesrechnungshof grünes Licht für die Umsetzung gegeben hat, beantragte Landrat Schnur unverzüglich die Genehmigung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn beim Verkehrsministerium.

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in Kürze die Förderzusage des Landes erhalten und dann zügig die weiteren Schritte gemeinsam mit dem Landesbetrieb Mobilität Cochem-Koblenz in Angriff nehmen können", so der Landrat.

Aufgrund der Dimension des Großprojektes sind umfangreiche Planungen und Vorbereitungen erforderlich. Der Dienststellenleiter des LBM Cochem-Koblenz, Bernd Cornely, führt hierzu aus: „Die Erstellung der Unterlagen für die europaweite Ausschreibung ist bereits im Gange. Aufgrund der Komplexität des Projektes ist dies ein kontinuierlicher Prozess, der nach der Förderzusage immer weiter detailliert wird".

Die zwischen Kreis und LBM abgestimmte Zeitplanung sieht vor, in der Winterperiode 2018/2019 die erforderlichen Rodungsarbeiten durchzuführen. Auf einem Teilstück zwischen der Einmündung der L 98 und der „Faitschkehre" kommt die neue Kreisstraße neben der vorhandenen Trasse zu liegen und verläuft künftig auf einem Erddamm. Hierfür muss zunächst der vorhandene Untergrund durch Herstellung eines Erdbetons mittels des so genannten Hydrozementationsverfahren stabilisiert werden. Diese Bauarbeiten sind für das Frühjahr 2019 geplant.

Im Anschluss daran sollen ab Sommer 2019 die Arbeiten an der übrigen Trasse erfolgen. Um die Erreichbarkeit der vorhandenen Anwesen zu gewährleisten, wird dies in zwei Bauabschnitten geschehen.

Geplant ist, die Anlieger sowie Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in die Erstellung von Verkehrskonzepten zur Führung des Verkehrs während der Bauzeit einzubeziehen. Bei diesem Bauprojekt sind Straßensperrungen und Beeinträchtigungen unvermeidbar. Die Kreisverwaltung und der LBM planen daher entsprechende Informationsveranstaltungen. Hierzu werden Anlieger, Institutionen, Rettungsdienste und alle Betroffenen frühzeitig vor Baubeginn der Maßnahme eingeladen.

Landrat Schnur blickt positiv in die Zukunft: „Wir haben bereits viele Hürden auf dem Weg zur Umsetzung dieses Projektes genommen. Wann wir nun endlich den Startschuss geben können, hängt auch vom Land ab. Sowohl der LBM als auch die Kreisverwaltung sind gut gerüstet, um nach Erhalt der Förderzusage die Realisierung des Projektes weiter anzugehen".