Neues Heimatjahrbuch vorgestellt - 34. Auflage beschäftigt sich mit dem Schwerpunkt „Das Rheinland ist preußisch geworden“

Die Autorinnen und Autoren des Heimatjahrbuches 2018

„Gerade mal 331 Tage sind vergangen, seitdem wir das letzte Heimatjahrbuch an gleicher Ort und Stelle vorgestellt haben.


 

In diesem Jahr habe ich bereits zum 11. mal die Ehre. Dennoch freue ich mich jedes Jahr aufs Neue – denn jede Ausgabe ist anders und individuell", - mit diesen Worten begrüßte Landrat Manfred Schnur die Gäste bei der Vorstellung des Heimatjahrbuches 2018 im Kapuzinerkloster in Cochem. Insgesamt 36 Autorinnen und Autoren haben die neue Ausgabe mit 55 Beiträgen und acht Gedichten gefüllt und berichten dabei von und über unseren Landkreis. „Das Heimatjahrbuch ist ein Buch von Menschen aus dem Landkreis für die Menschen im Landkreis", betonte der Kreischef.

Auch Redaktionsleiter Heinz Kugel freute sich, der Öffentlichkeit das Jahrbuch vorzustellen. Viele Stunden habe er gemeinsam mit den Mitgliedern des Redaktionsausschusses daran gearbeitet. „Wir haben jeden Beitrag sprichwörtlich auf „Herz und Nieren" überprüft, bevor das Werk in den Druck gegangen ist", betonte Kugel.

Nachdem im vergangenen Jahr das Jubiläum „200 Jahre Landkreise Cochem und Zell" gefeiert wurde, lag die Wahl des Schwerpunktthemas nahe: Das Rheinland ist preußisch geworden. Insgesamt 22 Beiträge berichten von dieser Zeit, der sich vor allem Dr. Norbert Pies widmete. Im Rahmen der Vorstellung gab er einen ersten Überblick über die preußische Zeit. „In diesem Buch kann nicht alles abgebildet werden, aber es gibt einen sehr guten Einblick in die preußische Geschichte unserer Region", führte Pies aus.

Im Anschluss an die Vorstellung des Heimatjahrbuches konnte Landrat Manfred Schnur noch einen besonderen Gastredner begrüßen. Der namhafte Antisemitismus- und NS-Forscher, Prof. Dr. Benz, nahm die Zuhörinnen und Zuhörer mit auf eine spannende Zeitreise in das Jahr 1944/1945 und berichtete dabei auch über das KZ-Außenlager „Kochem-Bruttig-Treis".

Zuvor erklärte Landrat Schnur: „Die nicht so schönen Zeiten unserer Vergangenheit geraten oftmals in den Hintergrund. Daher ist es mir wichtig, Erinnerungsarbeit zu betreiben und zu unterstützen". Daher wurde auf seine Initiative hin eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich mit der Gedenkarbeit zum KZ-Außenlager Kochem-Bruttig-Treis beschäftigt. Hierbei stehen der Kreisverwaltung sowohl die Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz als auch das Gedenkstättenreferat der Landeszentrale für politische Bildung mit ihrem Fachwissen hilfreich zur Seite.

„Die Zeit ist reif für Erinnerungsarbeit vor Ort. Es ist gut, dass sowohl Landrat als auch Bürgermeister ein offenes Ohr für diesen Teil der Geschichte haben", rief Prof. Dr. Benz zum Abschluss seines Vortrages auf.