Neue „Wanderschäferei“ im Landkreis Cochem-Zell gestartet

Landrat Manfred Schnur sowie Moritz Schmitt von der SNU begleiten den Schäfer  Steffen Carmin auf den ersten Metern seiner Wanderroute

Seit Anfang April zieht ein Wanderschäfer mit seiner Schafherde im Rahmen eines Pilotprojektes der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) und der Kreisverwaltung Cochem-Zell durch den Landkreis.


 

Ziel des dreijährigen Projektes ist es, zahlreiche Flächen im Kreis durch die Beweidung offen zu halten. Die regelmäßig weidenden Schafe verhindern die stets weiter voranschreitende Verbuschung, indem sie bestimmte Pflanzen immer wieder "verbeißen", wo sonst mehrjährige Sträucher und Bäume immer weiter wachsen würden.

„Besonders in den Flusstälern werden viele Flächen nicht mehr bewirtschaftet. Die ziehenden Schafherden sind daher von großer Bedeutung für den Naturschutz und die Landschaftspflege sowie die Erhaltung von wertvollen Kulturlandschaften und der Artenvielfalt", betont Landrat Manfred Schnur beim Startschuss des Projektes in Müllenbach. Die Bewirtschaftung dieser Flächen ist für den Fortbestand einer Vielzahl von seltenen und bedrohten Tier- und Pflanzenarten unerlässlich. Der selektive Verbiss der Schafe und der Nährstofftransport durch diese Wirtschaftsweise begünstigen die Artenvielfalt von Flora und Fauna.

Der Wanderschäfer Steffen Carmin reist nun mit seinen 250 Schafen von einer Weide zur nächsten. Die Route erstreckt sich über die drei Verbandsgemeinden Cochem, Kaisersesch und Zell.

Die Tiere werden tagsüber meist gehütet und über Nacht in mobilen Weidezaunnetzen gehalten. Durch den ständigen Umtrieb der Schafe ist die Belastung der Weidestandorte sehr gering und es kommen keine dauerhaften Umzäunungen zum Einsatz. Beweidet werden hauptsächlich ungenutzte Flächen, Naturschutz- sowie Grenzertragsflächen, Flächen der Biotopbetreuung, Ausgleichs- und Ersatzflächen sowie Landes- und Kommunalflächen.
Finanziert wird das Projekt durch die SNU.

Im Rahmen des Projekts wird ebenfalls ein Weidekonzept erarbeitet sowie die Übertragbarkeit auf andere Naturräume geprüft. Im weiteren Verlauf des Projektes sollen auch Exkursionen zu einzelnen Weideflächen angeboten werden.

Die Termine hierzu werden frühzeitig veröffentlicht.