Informationsveranstaltung zum Thema Crowdfunding - Wie es funktioniert und was es bringt

Möchten Sie Ihre Gründungsidee am Markt vorab bekanntmachen und testen? Fehlt Ihnen das nötige Eigenkapital für eine Finanzierung?

Dann realisieren Sie Ihre Idee mit der Crowd!

 

Für die Realisierung eines Projektes oder einer Gründung braucht es oftmals eine Anschubfinanzierung. Die ist aber je nach Geschäftsidee nicht immer so einfach zu erhalten. Mit Crowdfunding hat sich in den letzten Jahren eine innovative Methode entwickelt, mit der diese Finanzierung zu realisieren ist.

Im Rahmen der Informationsveranstaltung am

Donnerstag, 16. Mai 2019, 18.30 Uhr
im Technologie- und Gründerzentrum Daun,
Konrad-Zuse-Str. 2, 54552 Nerdlen

möchten wir Ihnen das Finanzierungsmodell des Crowdfunding vorstellen, Ihnen erfolgreiche Beispiele präsentieren und mit Ihnen ins Gespräch kommen.

Melden Sie sich jetzt zur Informationsveranstaltung an!

Kontakt und Anmeldung:
Kreisverwaltung Cochem-Zell, Fachbereich Kreisentwicklung und Klimaschutz
Sandra Hendges-Steffens,
Tel.: 02671/61-888,
E-Mail: wirtschaftsfoerderung@cochem-zell.de


Das Kaiserslauterer Gründungsbüro hat gemeinsam mit Gründungsbüros weiterer Hochschulen aus Rheinland Pfalz und dem Saarland das Online-Crowdfunding-Portal „Ideenwald“ ins Leben gerufen. 2017 schaltete Wirtschaftsminister Volker Wissing diese erste regionale Crowdfunding-Plattform in Rheinland-Pfalz, frei. Bernhard Lorig, Referent im Gründungsbüro TU und HS Kaiserslautern hat in einem Gespräch mit der Initiative Gründen auf dem Land Fragen rund um das Thema Crowdfunding beantwortet.


Herr Lorig, wie funktioniert Crowdfunding und was bringt es?

Kreative Menschen können auf einer Crowdfunding Plattform im Internet ihre Ideen präsentieren und um Unterstützung bei der Realisierung dieser Ideen werben.

Diese Unterstützung ist vornehmlich  finanzieller Natur und wird dadurch umgesetzt, dass die Starter der Crowdfunding Kampagne Gegenleistungen anbieten, die von der Crowd gekauft werden. Die Gegenleistungen sind üblicherweise das Ergebnis der Idee, es handelt sich beim Crowdfunding also meist um einen Vorverkauf, der die Starter überhaupt erst in die Lage versetzt, die Produkte herzustellen.


Hier wird auch der große Mehrwert von Crowdfunding klar: eine Idee kann zusammen mit der Crowd, also einer Gruppe von Menschen, die sich für die Idee interessiert, realisiert werden. Einmal ist Crowdfunding also ein Instrument zur Finanzierung, genau so kann aber mit einer Crowdfunding Kampagne herausgefunden werden, ob die Idee für ein Produkt überhaupt bei der Zielgruppe ankommt oder nicht, also ein Proof of Concept erreicht werden.


Für wen ist Crowdfunding interessant?

Für alle, die eine Idee haben und diese zusammen mit der Crowd realisieren möchten. Genauso aber auch für alle, die ihre Idee mit der Crowd testen möchten, also herausfinden möchten, ob sich ihre Zielgruppe dafür begeistern lässt.

Crowdfunding funktioniert immer dann am besten, wenn es um ein Produkt für Endkonsumenten geht, das man der Crowd zum Vorverkauf anbieten kann. Das kann ein Getränke sein, ein digitales Gadget, aber genauso auch Produkte aus der Kreativ- und Kulturwirtschaft oder Kunst. Der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt.


Wer oder was ist die Crowd?

Die Crowd sind wir alle! Wir alle lassen uns für tolle Ideen begeistern, wenn wir uns für den entsprechenden Themenbereich interessieren.

Eine Definition besagt, dass Crowdfunding die Monetarisierung des Like-Buttons ist, also die Transformation von einem reinen Zuspruch hin zu einer direkten, finanziellen Unterstützung. Crowdfunding spielt sich also meist im Internet ab, wird also am ehesten Personen ansprechen, die sich auch regelmäßig im Internet bewegen.
Wie kann ich am Crowdfunding teilnehmen?

Als Starter ist es ganz einfach: man meldet sich bei einer Plattform wie IDEENWALD/Startnext an und erstellt eine Kampagne. Um beim Crowdfunding erfolgreich zu sein, ist es wichtig, zu verstehen, dass Crowdfunding nicht gleichzusetzen ist mit einem Business Plan oder einem Bankgespräch. Beim Crowdfunding geht es darum, Menschen zu begeistern und sie „mit ins Boot“ zu nehmen, um den weiteren Weg mit ihnen gemeinsam zu gehen.


Als Unterstützer ist es sogar noch einfacher: Einfach auf www.ideenwald-crowdfunding.de gehen und sich von den tollen Projekten aus Rheinland-Pfalz und Saarland begeistern lassen und mitmachen.


Von wem und wo bekomme ich Unterstützung?

In Rheinland-Pfalz und Saarland in erster Linie von IDEENWALD-Crowdfunding. Wir sind eine Initiative aller akademischen Gründungsförderer beider Länder, ausgehend vom Gründungsbüro der TU&HS Kaiserslautern und haben es uns zum Ziel gesetzt, Crowdfunding als Instrument zur Realisierung von Ideen in RLP und Saarland zu etablieren.

Dazu halten wir Vorträge und bieten in Zusammenarbeit mit den Partnern Workshops zur Vorbereitung einer Kampagne an.

Außerdem betreiben wir www.ideenwald-crowdfunding.de als regionales Schaufenster von Deutschlands größter Crowdfunding Plattform Startnext. Dort stellen wir die Kampagnen beider Länder im regionalen Kontext dar und zeigen, welche tollen Ideen hier entstehen.

Zusätzlich dazu hat jede Plattform ein Handbuch für Starter, das auf die jeweilige Plattform zugeschnitten ist. Das sollte immer die erste Anlaufstelle für Starter sein, um sich über die Do’s und Dont’s zu informieren.


Was kostet mich eine Crowdfunding-Kampagne?

Die Kosten für eine Kampagne sind meist nicht sehr hoch, aber sehr unterschiedlich und von der Plattform abhängig. Die fixen Kosten einer Kampagne entstehen durch die Gebühren, die die Plattform verlangt (meist um die 4-5%). Dazu kommen variable Kosten für Werbung und die Herstellung der Gegenleistungen, die natürlich sehr individuell sind.
Wichtig zu wissen ist, dass Einnahmen über eine Crowdfunding Kampagne genauso steuerpflichtig sind, wie sonstige Einnahmen. Das sollte man im Vorhinein mit einer Fachkraft abklären, die Plattformen bieten dazu einführende Informationen.

Ganz entscheidend ist, dass der Großteil der Kosten nur dann entsteht, wenn die Kampagne auch erfolgreich wird. Denn nur dann wird auch die Summe ausgezahlt. Erfolgreich bedeutet, dass in einer vom Starter festgelegten Zeit eine vom Starter festgelegte Summe zu 100% oder mehr zusammenkommen muss. Passiert dies, wir das Geld ausgezahlt, wird diese Summe innerhalb der Zeit nicht erreicht, geht das Geld 1zu1 wieder zurück an die Crowd. Es besteht hier also eine klare Sicherheit für Starter und Crowd, dass nur dann Geld fließt, wenn auch die Summe zustande kommt, mit der man das Projekt realisieren kann.

Wenn es schief läuft, hat man keine Schulden gemacht, dafür aber wertvolle Erkenntnisse gewonnen, wie es nicht funktioniert und ist somit nicht „gescheitert“, sondern kann seine Maßnahmen mit den erlangten Informationen anpassen und besser vorbereitet in die Zukunft starten.


Ist auch für  AGL I oder II Empfänger Crowdfunding  ein Thema?

Crowdfunding ist besonders spannend, wenn man sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen will. Dann nämlich bietet eine Kampagne die Möglichkeit, den besagten Proof of concept zu machen, also zu überprüfen, ob die Gründungsidee funktioniert, mit der man in die Selbstständigkeit starten will.


Bei einer Kampagne präsentiert man seine Idee ja direkt der Zielgruppe, also seinen zukünftigen Kunden, und kann damit überprüfen, ob diese bereit sind, das Produkt zu kaufen oder Dienstleistungen zu buchen. Außerdem kann man testen, welche Preise und Produktvarianten gut ankommen und welche Kommunikationskanäle am besten funktionieren. Durch den Vorverkauf generiert man außerdem Eigenkapital (kann für Anschlussfinanzierungen wichtig sein) und gewinnt erste Kunden. Ist die Kampagne nicht erfolgreich, ist das ein Indiz dafür, dass die Idee vielleicht doch nicht so funktioniert, wie gedacht – dann kann man sein Konzept anpassen oder sich nochmal völlig anders entscheiden, vielleicht auch wieder für einen Job als Angestellte(r). Eine Crowdfunding-Kampagne minimiert also das Risiko, zu Scheitern. Und ein ganz wichtiger Aspekt: Man gründet nicht allein, sondern zusammen mit der Crowd, die i.d.R. mit Feedback, Kontakten und Ideen unterstützt. Durch eine Kampagne kann also auch ein nachhaltiges Netzwerk entstehen – vorausgesetzt, man bereitet sich gut vor.
 
Der Bildungsträger Crowdfunding Campus hat eine Maßnahme konzipiert, die GründerInnen aus Arbeitslosigkeit dabei unterstützt, eine Kampagne für die eigene Gründungsidee durchzuführen. „Erfolgreich gründen mit Crowdfunding“ verbindet Vorgründungscoaching und Crowdfunding-Kampagne und unterstützt dabei, die Ergebnisse des Crowdfundings in das Unternehmenskonzept zu integrieren.