Gelebtes Ehrenamt „im Doppelpack“ – Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement

Auszeichnung von Gisela Mayer und Hans Günter Labonte

„Der Landkreis Cochem-Zell ist stolz auf seine Ehrenamtlichen", das betonte Landrat Manfred Schnur im Rahmen seiner Laudatio anlässlich einer Feierstunde im Kreishaus.


 

Ehrenamtliches Engagement ist eine zentrale Grundlage für die aktive Gestaltung des Gemeinwohls und eine wichtige Bedingung für ein tolerantes und friedliches Zusammenleben. Dass gerade das Ehrenamt im Landkreis Cochem-Zell in besonderem Maße ausgeprägt ist, unterstrich der Landrat in seiner Ansprache. Für den Kreischef war es eine besondere Ehre, gleich zwei Auszeichnungen im Namen der Ministerpräsidentin vorzunehmen und dazu hatte er in die „gute Stube" – den großen Sitzungssaal – eingeladen. Denn diese öffnet man bekanntlich nur an besonderen Tagen und vor allem nur für besondere Gäste. An diesem Tag Anfang August nun für die beiden „stillen Helfer" oder besser gesagt für die „stillen Stars", Gisela Mayer aus Urschmitt und Hans Günter Labonte aus Brohl.

„Ladys first", so der Landrat und führte aus, dass Gisela Mayer bereits seit gefühlt ewiger Zeit – genau gesagt über 40 Jahre – ehrenamtlich in ihrer Heimatgemeinde Urschmitt tätig ist. Insbesondere im Rahmen der Frauen- und Kirchenarbeit. So hat sie bereits in den 80er Jahren das Projekt „Seniorenbetreuung alleinstehender Frauen in Urschmitt" ins Leben gerufen. Fast zeitgleich hat sie – auch im Interesse ihrer Gemeinde – eine Jugendgruppe aufgebaut und diese bis ca. zum Jahr 2000 betreut. Auch in der Kirchenarbeit engagiert sich Mayer seit fast 40 Jahren; sei es als Mitglied oder seit 20 Jahren auch als Vorsitzende des Pfarrgemeinderates. Weiterhin als Wortgottesdienst- und Kommunionhelferin oder auch als Kommunion- oder Firmkatechetin. Im Jahr 2000 gründete sie mit einigen Gleichgesinnten die Urschmitter Frauensinggruppe, die mittlerweile leider aufgelöst ist. Aktiv ist Gisela Mayer zudem auch in der gemeindlichen und kommunalen Arbeit ihrer Gemeinde. „Wir brauchen das Ehrenamt und werden es noch mehr brauchen", so der Landrat. Er betonte, dass solche Ehrungen nicht mit der Gießkanne verliehen werden, sondern dass Personen ganz bewusst ausgewählt werden. „Und ein solch unermüdliches Ehrenamt – wie das von Gisela Mayer – muss man ganz einfach auch ehren", beglückwünschte der Landrat die Vorgenannte.

Den Glückwünschen des Landkreises schloss sich – außer Ortsbürgermeister Peter Jahnen - der 1. Beigeordnete der Verbandsgemeinde Ulmen, Karl-Josef Fischer, an, der in Vertretung für Bürgermeister Alfred Steimers an der Feierstunde teilgenommen hat. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ulmen hat die Ordensanregung seinerzeit auf den Weg gebracht.

„Den Stein des Anstoßes" für die Ehrung von Hans Günter Labonte hat der Landtagsabgeordnete Benedikt Oster – seinerzeit in enger Absprache mit Walter Desch, Präsident des Fußballverbandes Rheinland, gegeben. Oster kennt und schätzt das Engagement des neuen Ordensträgers bereits seit frühen Kindertagen. Landrat Schnur sprach zugleich die Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements von Hans Günter Labonte an und nannte vier Schlagwörter: Fußball, Pfadfinder, Karneval und Kommunalpolitik. Eine bunte Mischung - ähnlich eines Blumenstraußes – ehrenamtlicher Aktivitäten. 1992 gründete Labonte die erste Bambini-Mannschaft für die SG Pyrmont/Brohl. Von 1992 bis 2006 war er Betreuer aller Jugendmannschaften und übernahm kurzfristig auch den Vorsitz. In dieser Zeit war er zudem im Vorstand tätig und weiterhin Jugendleiter einer Jugendspielgemeinschaft von insgesamt fünf Vereinen. Im Jahr 2006 wurde er vom Fußballverband Rheinland zum Kreisjugendleiter des Fußballkreises Hunsrück/Eifel/Mosel berufen und war bis 2012 für den dortigen Spielbetrieb verantwortlich. Von 2007 bis einschließlich 2019 organisierte Labonte Ferienfreizeitcamps für Kinder aus sozial schwachen Familien. Vor drei Jahren übernahm er im Vorstand der SG Pyrmont Brohl das Amt des Senioren- und Ehrenamtsbeauftragten. Seit dem Jahr 2000 engagiert er sich auch für die Pfadfinder. Beim seinerzeit neu gegründeten Pfadfinderstamm „Forster Kirchspiel" übernahm er 2001 als Sippenleiter eine Sippe und 2002 dann den Stamm als Stammesmeister. Und auch die „fünfte Jahreszeit" hat einen festen Platz im Leben von Hans Günter Labonte eingenommen. So gründete er im März 1993 den Karnevalsverein „Blau-Weiß Brohl/Möntenich". 10 Jahre lang hatte er das Amt des Präsidenten inne und nahm dieses – nach seinem Rücktritt 2003 – im Jahr 2017 wieder auf, als sich abzeichnete, dass der Verein abgemeldet werden sollte. „Auch das ist gelebtes Ehrenamt", so Landrat Schnur. „Wenn man einfach wieder einspringt, wenn „Not am Mann" ist". Und auch kommunalpolitisch engagiert sich Labonte. So gründete er im Jahr 2002 den Förderverein der Grundschule Brohl. Seit 2016 ist er im Gemeinderat Brohl tätig und seit 2017 im Verbandsgemeinderat der Verbandsgemeinde Kaisersesch. Landrat Schnur betonte in seiner Rede, dass Hans Günter Labonte immer schon den Weitblick hatte und stets auch die Notwendigkeit erkannte, wo es anzupacken gilt. Und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kaisersesch, Albert Jung, gab an, dass es weniger Probleme gäbe, wären mehr Menschen wie Hans Günter Labonte. Auch Landtagsabgeordneter Benedikt Oster gratulierte persönlich und unterstrich, dass jeder zweite Rheinland-Pfälzer ehrenamtlich aktiv ist. Ortsbürgermeister Uwe Theobald schloss sich den Glückwünschen der Vorgenannten an und ermunterte den Geehrten, auch weiterhin „Gas zu geben". Auch Fußball-Präsident Walter Desch ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren.

Beide Geehrten freuten sich über so viele lobenswerte Worte um ihre Person. Sie waren sich einig, dass Ehrenamt für sie ganz einfach eine Selbstverständlichkeit ist. Hans Günter Labonte brachte es dann nochmals auf den Punkt, indem er sagte, dass Ehrenamt ganz einfach von Herzen kommen muss und dass im Leben gerade die Dinge wichtig sind, die man mit Geld nicht kaufen kann.