Gedenkarbeit für das ehemalige KZ-Außenlager Kochem mit Standorten in Treis und Bruttig

Der Arbeitskreis - Gedenkarbeit für das ehemalige KZ-Außenlager Kochem mit Standorten in Treis und Bruttig

„Heute ist ein wichtiger Tag für unseren Landkreis, auch wenn es ein dunkles Kapitel unserer Geschichte betrifft", betonte Landrat Manfred Schnur kürzlich bei Übergabe des Konzeptes für die Gedenkarbeit zum KZ-Außenlager Kochem-Bruttig-Treis.


 

In den Orten Cochem, Bruttig und Treis existierte im Jahr 1944 ein Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof im besetzten französischen Elsass. Im Reichsbahntunnel zwischen Bruttig und Treis mussten die KZ-Häftlinge eine unterirdische Rüstungsfabrik für die Firma Bosch errichten, in der anschließend Zündkerzen für Flugzeugmotoren hergestellt wurden.

Um an diese Zeit zu erinnern, ist bereits im Jahr 2016 ein runder Tisch entstanden, der sich mit den Fragen zur Gedenkarbeit für das ehemalige KZ-Außenlager Kochem beschäftigte. Daraus bildete sich ein Arbeitskreis koordiniert durch die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, der ein Konzept für die Erinnerungsarbeit entwickeln sollte. Über ein Jahr tagte dieser Arbeitskreis regelmäßig, recherchierte, diskutierte und unternahm Exkursionen. Der Arbeitskreis bestand aus Vertretern der Kreisverwaltung und dem Bürgermeister der Verbandsgemeine Cochem sowie Vertretern der Universität Trier, der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz (LAG) sowie aus bürgerschaftlichen Forscher aus der Region, die alle ihre Kenntnisse und Erfahrungen einbrachten.

Im Rahmen einer Feierstunde wurden nun die Ideen und Vorschläge für eine Gedenkarbeit von Ksenia Stähle (Universität Trier) und Kerstin Hetzel (Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz) vorgestellt. Hauptidee ist, einen sogenannten „Weg der Erinnerung" einzurichten. Das Konzept zeigt hierfür 16 Orte von besonderer historischer Bedeutung sowie mögliche Formen des Gedenkens auf. Umrahmt wurde die Veranstaltung von einer kurzen Lesung von Ernst Heimes aus seinem Buch „Ich habe immer nur den Zaun gesehen", welches sich als erstes öffentlich mit dem ehemaligen KZ-Außenlager Kochem auseinandergesetzt hat.

Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, überreichte anschließend das Konzept an die kommunalpolitischen Vertreter. 

Eine konkrete Umsetzung des Konzeptes soll nach der Beratung in den Gremien auf Kreis-, Verbands- und Ortsgemeindeebene durch regionale Akteure erfolgen.