Cochem-Zell bleibt Vorreiter in Sachen digitalem Infrastrukturausbau auf dem Land

Neben der vollständigen Erschließung aller Ortschaften mit Glasfaser wird jetzt auch kräftig in eine Verbesserung des Mobilfunknetzes investiert.


 

Zu diesem Zweck nahm Landrat Manfred Schnur gemeinsam mit Bundestagsabgeordneten Peter Bleser einen Förderbescheid des Bundes in Höhe von rund 11,3 Millionen Euro entgegen.

Übergeben wurde dieser von Norbert Schuldt, Leiter des Referats Breitbandförderung/Gigabit-Investitionsfonds des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur, und Tim Brauckmüller, Geschäftsführer von ateneKOM, welche das Breitbandbüro des Bundes betreibt. Mit dem Geld sollen nun unter anderem auch Glasfaserleitungen an noch zu errichtende Funkmasten gelegt werden. Dadurch wird eine erhebliche Verbesserung des Mobilfunks im Landkreis Cochem-Zell erreicht.

„Der Landkreis Cochem-Zell ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort in Rheinland-Pfalz und beheimatet eine Vielzahl verschiedener Industrien und Gewerbe. Viele digitale Anwendungen beanspruchen zum Teil hohe Bandbreiten und fordern leistungsstarke Infrastrukturen – besonders im ländlichen Raum! Das gilt sowohl für Privathaushalte als auch für Unternehmen. Die flächendeckende Verbreitung von Glasfaserinfrastruktur ist daher ein wichtiger Meilenstein für die Region. Vor allem in dünn besiedelten Gebieten wird hochleistungsfähige Breitbandinfrastruktur benötigt, um den Standort wettbewerbsfähig und attraktiv für Unternehmen und Familien gestalten zu können", betonte Brauckmüller im Rahmen der Förderbescheidübergabe.

Als bundesweit erster Landkreis hat Cochem-Zell bereits früh die Zeichen der Zeit erkannt und bereits im Jahr 2011 gemeinsam mit den Verbandsgemeinden alle Gemeinden im Landkreis ein Private-Public-Partnership an die schnelle Datenautobahn mit mindestens 16 Mbit/s, in der Regel aber mit 50 Mbit/s und teilweise sogar mit bis zu 100 Mbit/s angeschlossen. Dabei konnten Randlagen in dem ersten Schritt nicht berücksichtigt werden. Daher hat sich der Landkreis im Februar 2016 zusammen mit allen Verbandsgemeinden, erfolgreich für die zweite Ausbaustufe des Breitbandförderprogrammes des Bundes beworben. Insgesamt sollen rund 19 Mio. Euro in die Breitbandinfrastruktur des Kreises investiert werden. Davon trägt der Bund 60 % und 30 % das Land im Rahmen der Kofinanzierung. Der endgültige Förderbescheid des Bundes liegt nunmehr vor. Der kommunale Eigenbetrag in Höhe von 1,9 Mio € wird solidarisch von den vier Verbandsgemeinden und dem Landkreis zu je 20 % übernommen.

Landrat Manfred Schnur freut sich über den Förderbescheid: „Der Ausbau der digitalen Infrastruktur ist im Zeitalter der Digitalisierung eine wesentliche Säule für die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes. Nunmehr haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein im Landkreis Cochem-Zell erreicht, um unsere Gemeinden, Schulen und Unternehmen mit einer hochleistungsfähigen Breitbandinfrastruktur auszustatten. Damit gehören weiße Flecken schon bald der Vergangenheit an. Ein weiterer wichtiger Baustein ist in diesem Zusammenhang auch der Ausbau einer flächendeckenden Mobilfunkversorgung, um Funklöcher zu schließen und perspektivisch die sog. „5 G Standards" zu erfüllen.

Im Rahmen der zweiten Ausbaustufe werden rund 1.700 Anschlüsse mit mind. 50 Mbit/s versorgt. Dabei erhalten alle kreiseigenen Schulen und förderfähige Unternehmen einen direkten FTTH –Anschluss mit einer Versorgungsquote von mindestens 30 Mbit/s pro Klasse. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für die Umsetzung des. „Digitalpakts". Über die Nacherschließungsmaßnahmen werden zudem die Voraussetzungen für einen flächendeckenden Mobilfunkausbau geschaffen. In einem nächsten Ausbauschritt ist der weitere Ausbau der Industrie- und Gewerbegebiete geplant.

„Ich freue mich sehr, dass mit meiner Unterstützung eine weitere Förderung für Cochem-Zell ermöglicht wurde. Der jetzt erteilte Förderbescheid ermöglicht dem Landkreis Cochem-Zell weiter Vorreiter im Ausbau der digitalen Infrastruktur im ländlichen Raum zu bleiben. Er ist ein Beispiel für viele ländliche Regionen und zeigt, wie mit kommunaler Unterstützung ein flächendeckender Glasfaser- und Mobilfunkausbau vorangetrieben werden kann. Der Landkreis Cochem-Zell unter Leitung von Landrat Manfred Schnur, das BMVI und atene KOM haben das Vorhaben in beispielhaft kurzer Zeit auf den Weg gebracht. Ich freue mich über diesen Erfolg, der Cochem-Zell noch attraktiver gestalten wird", so Peter Bleser.

Foto: Florian Schuh /atene KOM