Chancen der Digitalisierung nutzen: „Smartes Wohnen im Alter“

Bundesministerin Julia Klöckner überreicht Landrat Manfred Schnur einen Förderbescheid über rund 168.000 €

Auch bei abnehmender bzw. eingeschränkter Mobilität weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen – das wünschen sich wohl alle älteren Menschen.


 

An dieser Stelle greift das Konzept „Smartes Wohnen im Alter", für das Landrat Manfred Schnur nun einen Förderbescheid in Höhe von rund 168.000 Euro aus den Händen der Bundesministerin für Landwirtschaft und Ernährung, Julia Klöckner, im Rahmen einer kleinen Feierstunde entgegennehmen konnte.

Der Landkreis hatte sich mit diesem Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE) der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zur Förderbekanntmachung „Land.Digital: Chancen der Digitalisierung für ländliche Räume" beworben. Mit dem Förderprogramm unterstützt das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung Projekte, die Probleme in einer ländlichen Region mithilfe neuer Informations- und Kommunikationstechnologien lösen.

Im Rahmen der Bescheidübergabe betonte die Ministerin: „Um die Standortnachteile in ländlichen Regionen auszugleichen, benötigen wir individuelle Antworten. Cochem-Zell hat uns dabei mit dem Projekt „Smartes Wohnen im Alter" überzeugt".

Zielsetzung ist es, älteren Menschen über eine App Hilfestellungen zu geben, und ihnen so ein mobiles, eigenständiges und selbstbestimmtes Leben sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im ländlichen Raum zu ermöglichen. Zudem sollen Familienangehörige entlastet werden. Über eine App sollen unterschiedliche Dienstleistungen gebündelt angeboten werden.

„Wir sehen die Digitalisierung als Chance für den ländlichen Raum. Mit diesem Projekt möchten wir auch die ältere Generation in unsere Digitalisierungsstrategie mit einbeziehen", erklärte der Kreischef.

Das Projekt gliedert sich in vier Phasen:

  • den konkreten Bedarf ermitteln,
  • die virtuelle Plattform einrichten,
  • die Lösungen testen und
  • das Projekt verstetigen.

Schwerpunkt der ersten beiden Phasen ist eine zielgruppen- und bedarfsgerechte sowie leicht bedienbare App zu entwickeln, die in der dritten Phase aktiv getestet wird. Über die App können die Nutzer alle Bedürfnisse, die zuvor in der Konzeptphase entwickelt wurden, anmelden und befriedigen. Dabei besteht die App aus zwei zentralen Komponenten. Auf der einen Seite stehen die individuellen Bedürfnisse der Kunden (z.B. Arzt, Apotheke, Einkauf, Post, Bank, Pflegedienstleistungen etc.). Auf der anderen Seite stehen die Leistungsträger, die über eine Absichtserklärung eine aktive Beteiligung am Projekt zusagen. Der zentrale Leistungsträger im Bereich Mobilität, ist der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV).

Die technische Lösung dient als Plattform und vernetzt die beiden Säulen. Im Bereich ÖPNV beispielsweise existieren aktuell vielfältige Angebote (z.B. Bus, Taxi, Rollstuhltaxi, AST – Anruf-Sammel-Taxi), die jedoch nicht zentral vernetzt sind. Die App soll diese Aufgabe übernehmen. Dem Kunden werden hier alle Transportoptionen für die gewünschte Strecke übersichtlich angezeigt. Zudem bietet die App die entsprechenden Buchungsoptionen an. Im Optimalfall wird dadurch der Individualverkehr reduziert und gleichzeitig die Auslastung des ÖPNVs erhöht.

Die Verbandsgemeinde Cochem ist dabei Pilotregion. Im Anschluss an das Projekt ist eine Ausweitung auf den gesamten Landkreis geplant. Eine Übertragung auf andere Regionen ist denkbar. Weiterhin besteht die Möglichkeit die Zielgruppen und Dienstleistungen auszuweiten.