Arbeitsgruppe will an KZ Außenlager Kochem erinnern

Die Zeit des Nationalsozialismus zählt zu den dunklen Kapiteln unserer Geschichte, die in unserem Landkreis vor allem durch das KZ Kochem – Außenlager Bruttig-Treis - geprägt wurde.


 

Um an diese Zeit zu erinnern und eine Gedenkkultur aufzubauen, wurde im vergangenen Jahr eine Arbeitsgruppe „KZ Kochem" gebildet, in der die Landeszentrale für politische Bildung, die Kreis- und Verbandsgemeindeverwaltung, die Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiative zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz, die Universität Trier und lokale Forscher aktiv mitarbeiten. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, bis zum Ende des Jahres konzeptionelle Grundlagen zu erstellen. Darauf aufbauend soll dann - gemeinsam mit den betreffenden Ortsgemeinden sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern - eine Gedenkarbeit in Cochem, Bruttig und Treis aufgebaut werden. Wie diese aussehen kann, bleibt vorerst abzuwarten. 

Darüber hinaus erarbeitet die Historikerin Ksenia Stähle in Zusammenarbeit mit der Universität Trier für die Landeszentrale für politische Bildung bis zum Ende des Jahres eine ca. 20-seitige Publikation, in der sie überblickartig die neuesten Forschungserkenntnisse zum „KZ Kochem" zusammenfasst.

Im Rahmen eines Pressegespräches betonte Landrat Manfred Schnur: „Die nicht so schönen Zeiten unserer Vergangenheit gelangen oftmals in den Hintergrund. Dabei ist es wichtig, sich auch mit diesen Zeiten zu beschäftigen. Mit einer möglichen Gedenkarbeit möchten wir ein Bewusstsein in der Bevölkerung schaffen und die Menschen dafür gewinnen". Dass dieses Thema aktueller denn je ist, zeigt auch der gemeinsame Antrag der Fraktionen von SPD, CDU und FDP und Bündnis 90/Die Grünen mit dem Titel „Niemals wieder! Gedenkkultur in Rheinland-Pfalz fördern und erhalten", der im April im Landtag verabschiedet wurde. Darin heißt es u.a., dass der Landtag das Engagement der Landeszentrale als auch der betroffenen Kommunen für die Ausarbeitung und Umsetzung einer Gedenkarbeitskonzeption für das ehemalige KZ-Außenlager Cochem begrüßt. Damit ist auch der politische Wille für unser Projekt gegeben", so der Kreischef.

 


Das KZ Kochem - Außenlager Bruttig-Treis

Das „KZ Kochem - Außenlager Bruttig-Treis" wurde 1944 an den beiden Enden des Tunnels zwischen Bruttig und Treis errichtet. Dort mussten Häftlinge für die Rüstungsmaschinerie der Nazis arbeiten; u. a. wurden hier Zündkerzen für Flugzeugmotoren der Firma Bosch hergestellt. Die letzten Akten vom 29. September 1944 behandeln den Transport von 1.081 Häftlingen ins KZ Buchenwald.